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Freiwilligendienste – Tendenz weltwärts

Im Jahr 2008 nahmen 8210 Freiwillige an internationalen Freiwilligendiensten teil. Das ergab eine Umfrage die der Arbeitskreis „Lernen und Helfen in Übersee“ (AKLHÜ) jetzt veröffentlicht hat. An der jährlichen Erhebung haben sich in diesem Jahr 165 deutsche Entsendeorganisationen beteiligt.
Die veröffentlichten Zahlen machen zweierlei deutlich. Einerseits wurden 2008 deutlich mehr Freiwillige vermittelt als noch in den Vorjahren: 2006 waren es 6231 Freiwillige, 2007 insgesamt 7060 Freiwillige. Andererseits zeigt sich auch, dass immer mehr Freiwillige im Rahmen von rechtlich geregelten Freiwilligendiensten (G-FD) ins Ausland gehen (+1732), umgekehrt deutlich weniger Freiwillige im Rahmen von privatrechtlich geregelten Freiwilligendiensten (P-FD) entsendet wurden (-582).

Quelle: Statistische Übersicht zu Personalvermittlungen 2008 (AKLHÜ 2009)
Rechtlich geregelte Freiwilligendienste sind der Andere Dienst im Ausland (ADiA), das Freiwillige Soziale- oder Ökologische Jahr im Ausland (FSJ/FÖJ), der Europäische Freiwilligendienst (EFD) und seit 2008 eben auch der entwicklungspolitische Freiwilligendienst weltwärts des BMZ. Privatrechtlich geregelte Freiwilligendienste basieren auf einem privatrechtlichen Vertrag zwischen den Freiwilligen und der vermittelnden Organisation. Sie werden in der Regel nicht mit öffentlichen Mitteln gefördert.
Es zeigt sich eine deutliche Verschiebung bei der Versendung von Freiwilligen vom nichtstaatlichen NGO-Sektor in den staatlichen Bereich. Da diese jedoch in der Gesamtbilanz positiv ausfällt (+1150) scheint es in der Tat zu der angestrebten Demokratisierung zu kommen. Es bleibt abzuwarten, wie sich weltwärts mittelfristig entwickeln wird und wie bei einer avisierten Zahl von 10.000 weltwärts-Freiwilligen pro Jahr eine qualitativ hochwertige Vorbereitung und Betreuung sichergestellt werden kann.
Hintergrund:
Ein internationaler Freiwilligendienst bietet die Möglichkeit, Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Im Unterschied zu Auslandspraktika oder Schüleraustauschprogrammen sind internationale Freiwilligendienste keine berufs- oder ausbildungsbezogenen Programme. Sie werden von staatlichen und nichtstaatlichen Entsendeorganisationen angeboten.
Die Freiwilligen engagieren sich für eine begrenzte Zeit bei einer Einsatzstelle, in einem Projekt oder Programm im Ausland und werden dabei von der Entsendeorganisation betreut und begleitet. Häufig wird den Teilnehmenden die Verpflegung und Unterkunft gestellt, sie erhalten ein Taschengeld und ihre soziale Absicherung ist für die Dauer des Auslandsaufenthalts gewährleistet.
Freiwillige lernen durch die gemeinnützige Mitarbeit in ökologischen, sozialen oder kulturellen Projekten andere Länder und Menschen kennen, wenngleich sich auch kritische Stimmen erheben, die Freiwilligendienste mitunter als “Egotrips ins Elend” bezeichnen und der Meinung sind, Freiwillige hälfen vor allem sich selbst.Tags: ADiA, AKLHÜ, BMZ, EFD, FÖJ, Freiwilligendienst, FSJ, weltwärts
