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Relaunch der BMZ-Website 2010 – Neues Logo, viele Knöpfe, gähnende Leere

Da weiß man vor lauter Schreck gar nicht wo man zuerst hinklicken soll. Das neue Webdesign des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung quillt vor Knöpfen und Knöpfchen geradezu über. Bis alle interaktiven Elemente geladen sind, bleibt glücklicherweise ein wenig Zeit sich zu orientieren.
“Moderne Gestaltung, aktuelle Bedienkonzepte und die Beibehaltung der Vorreiterrolle in Sachen Barrierefreiheit lagen im Fokus der Gestaltung der Benutzerführung.”, berichtet die mit dem Relaunch beauftragte Agentur babiel. Orientierte sich der frühere Internetauftritt von 2004 noch am Corporate Design der Bundesregierung bricht der neue Auftritt mit dieser einheitlichen Bildsprache.

www.bmz.de - Webdesign 2010
Navigation über alles
Zunächst fällt das überarbeitete Logo des Ministeriums ins Auge, das jetzt dem Bundesadler die Wortmarke “BMZ” voranstellt. Die Hauptnavigation ist von der linken Seitenspalte in die Kopfzeile gewandert, wo sie als quer angelegtes Aufklapp-Menü erscheint, um sich am Seitenende in der Fußzeile zu doppeln.
Zentraler Punkt der neuen Seite ist eine visuelle Navigation, welche über ein Bilder-Karussell weitere Informationen zur Arbeit und zu den Zielen des Ministerium zugänglich macht. Auch diese Navigationselemente waren bisher in der linken Seitenspalte angeordnet. Unter dem Karussell ist eine weitere horizontale Navigation platziert, die als übergeordnete Steuerung für die visuelle Navigation fungiert. Jedoch wird bei jedem Knopfdruck die gesamte Seite neu geladen was unnötigerweise die Ladezeit erhöht.
Weniger Rot-Grün, mehr Schwarz-Gelb
Auch das Farbschema hat eine deutliche Umstellung erfahren. Einzig die BMZ-Farbe “ocker” ist erhalten geblieben. Wurde sie jedoch früher als Hintergrundfarbe eingesetzt, erscheint sie auf der neuen Seite auch als Haupt-Textfarbe für Links. Die ehemaligen Akzente in den Kontrastfarben Rot und Gründ wurden entfernt und sind einem grauen Schema mit umfangreichen Abstufungen gewichen. Eventuell lassen sich hier Parallelen zum “Farbschema” der jeweiligen Regierungkoalition erkennen.

www.bmz.de - Webdesign 2004
Die konsequent flache 2D-Optik der alten Seite wurde durch eine 3D-Variante mit Schattierungen und Spiegeleffekten ersetzt. Das Layout ist nun im Browserfenster zentriert und nicht mehr wie früher linksbündig angeordnet. Es bleibt bei einer fixen Breite von 956 Pixeln.
Zurück in die Zukunft
Im Vergleich mit anderen Vorgängerversionen fällt die Ähnlichkeit der neuen Seite mit der ersten BMZ-Internetpräsenz von 1998 auf, insbesondere was die runden Ecken, die Wortmarke “BMZ” und die gerahmten Buttons betrifft. Insofern ist es eine Reise zurück in die Zukunft und nur unter Vorbehalt ein Schritt nach vorn.

www.bmz.de - Webdesign 1998
Insgesamt fällt im direkt sichtbaren Bereich der Webseite vor allem der vergeudete Platz ins Auge. Hier scheint jemand zu euphorisch durch den Coverflow seiner iTunes-Mediathek gesurft zu sein. Erst im unteren Bereich und nach erfolgtem Herunterscrollen präsentiert sich die Seite wieder im platzeffizienten Dreispalten-Layout. Und erst hier werden die Text-Informationen zugänglich, die früher ein zentraler Punkt der Homepage waren.
Die Bevölkerung als “Social Network”
In einer eigenen Stellungnahmen lässt das BMZ verlauten: “Mit modernem Design und in nur wenigen Navigationsschritten bekommen die Gäste einen umfassenden Einblick in die Arbeit der deutschen Entwicklungspolitik.” Leider hat man als Nutzer das Gefühl, dass es auf Grund der gewollt einfachen Navigation stets ein Schritt zuviel ist, ein Klick mehr als zuvor und damit u.U. genau ein Klick zuviel. Und wenn es in der Stellungnahme weiter heißt “Social Networks binden die Bevölkerung noch stärker in die Entwicklungspolitik ein.”, weiß man, woher der Wind weht und sagt im Stillen Danke, denn es hätte noch viel schlimmer kommen können.
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