-
Weiterhin hohes Armutsrisiko in Deutschland

Kinder und junge Erwachsene sind besonders betroffen
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat an diesem Mittwoch bedenkliche Zahlen vorgelegt. Die Autoren Markus M. Grabka und Joachim R. Frick sprechen in ihrer aktuellen Erhebung von rund 11,5 Millionen Deutschen die im Jahr 2008 in Armut lebten. Das entspricht gut 14 Prozent der Gesamtbevölkerung und rund einem Drittel mehr als zehn Jahre zuvor.
Unter den Armen in Deutschland finden sich vor allem Haushalte mit Kindern und jungen Erwachsenen. So unterliegen Alleinerziehende mit Kindern im Alter bis zu drei Jahren einem weit überdurchschnittlichen Armutsrisiko von mehr als 50 Prozent. Auch unter jungen Erwachsenen bis zu einem Alter von 25 Jahren lebt knapp ein Viertel mit einem Haushaltseinkommen unterhalb der Armutsgrenze. Die Analysen zeigen auch, dass die Einführung von zielgruppenspezifischen öffentlichen Transfers in der Pflegeversicherung sowie beim Elterngeld zu einer Senkung des Armutsrisikos bei den von diesen Transfers begünstigten Gruppen beigetragen hat. Ähnliches gilt für den Ausbau der Kinderbetreuungsinfrastruktur, die vor allem Müttern die Erwerbsaufnahme erleichtert und damit das Armutsrisiko von Haushalten mit Kleinkindern reduziert hat. “Im Vergleich zum Gießkannenprinzip, nach dem man zum Beispiel jedem 20 Euro mehr Kindergeld gibt, haben wir in den letzten Jahrzehnten beobachtet, wie die Politik zielgruppenorientierter und damit wirkungsvoller vorgehen kann”, sagte Frick in einem Gespräch zum aktuellen Bericht.
Tags: Armut, Deutschland, DIW, Joachim Frick, Kinder, Markus Grabka
One Response to “Weiterhin hohes Armutsrisiko in Deutschland”
-
Andre
Man spricht immer von Kindern und jungen Erwachsenen, aber wie sieht es aus im bereich der “Billiglöhne” wo man von Monat zu Monat von der Hand in den Mund lebt? Siehe die große Anzahl von Zeitarbeitskräften wo Stundenlöhne von weniger als 7 Euro bezahlt werden. 800 Euro Netto – Miete abgezogen bleiben weniger übrig als ein H4 empfänger. Da kommen sicher noch mal 10 % der Bevölkerung dazu. In der Politik werden diese Lohnempfänger geradezu totgeschwiegen nach dem Motte hauptsache Arbeit.
