Automatisierung, Arbeit & Geld

Die Industrie 4.0 wird die Gesellschaft wie wir sie kennen erschüttern. Vielleicht würde ja Automatisierung, Arbeit und Armut besser passen?

Derzeit findet die Hannover Messe statt, wobei das Thema die Industrie 4.0 ist. Es geht dabei um die vierte Revolution der Industrie – nach der Dampfmaschine, der Mechanisierung, der Elektrifizierung kommt nun die Digitalisierung. Dabei ist die künstliche Intelligenz von besonderer Bedeutung, denn sie beschleunigt diese Entwicklung.

Roboter im Einsatz

Nicht nur Autos werden künftig über Sensoren verfügen, auch Ampeln. Sie verfügen über Mikrofone und Videokameras, womit sie Gesetzesübertretungen aufnehmen. Und damit meint man nicht nur Verkehrsdelikte. Derartiges ist bereits in den USA in Planung.

In China werden die Polizeifahrzeuge mit Gesichtserkennungssoftware ausgestattet, die offenbar sogar bei Tempo 120 Personen identifizieren kann. Auch in Deutschland plant man die Technik an Bahnhöfen einzusetzen. Vom Datenschutz abgesehen, wird das viele Arbeitsplätze kosten. In diesem Beispiel bei der Polizei.

Roboter können inzwischen richtig gehen, sogar durch unbequemes Gelände. Dies demonstrierte die Firma Boston Dynamics mit dem Roboter Atlas. Der Einsatz kann bei Katastrophen, aber auch beim Militär liegen. Diese Entwicklungen habe ich bereits behandelt.

Einer Studie aus den USA nach, haben die alten Roboter aus den 90er Jahren bis 2007 bis zu 6 Personen ersetzen, wenn sie eingesetzt wurden. Zudem sanken damit auch die Löhne. Neue Roboter können hierbei noch viel mehr erreichen, da sie präziser, effizienter und flexibler sind als die alten Systeme.

Wo früher noch Zäune die Roboter von den Werksangestellten trennten, werden schon bald Roboter ihre Arbeit ausführen können, auch wenn Menschen dazwischen herlaufen. Sie sind mit Sensoren ausgestattet, die immer günstiger werden, und erkennen Personen. Bei Gefahr stoppen sie und nehmen den Arbeitsprozess wieder auf, sobald die Gefahr (respektive der Mensch) wieder verschwunden ist.

Mit jeder industriellen Revolution gingen Arbeitsplätze verloren und neue entstanden. Das betraf ganze Berufe. Doch mit dieser Entwicklung könnte sich das sogar ändern. Wenn die Bots immer mehr können, werden sie immer weitere Felder erschließen. Damit bleibt dem Menschen vor allem Freizeit – statt Job im bisherigen Sinne.

Doch darauf ist unsere Gesellschaft nicht eingerichtet. Wir leben immernoch im System des 19. Jahrhunderts. Arbeit ist der Dreh- und Angelpunkt des Lebens. Selbst Marx sprach vom Recht auf Arbeit bei gerechter Entlohnung. Arbeit sei unerlässlich für die gesellschaftliche Teilnahme, heißt es immer. Aber wenn es keine Arbeit mehr gibt? Die Vollbeschäftigung hat es noch nie gegeben, auch wenn damit politische Werbung betrieben wird.

Künftig werden immer mehr Arbeitsplätze durch Roboter ersetzt – das spart Kosten und hält die Qualität. Sie schlafen nicht und brauchen keinen Urlaub. Sie sind nicht schlecht drauf oder trinken Alkohol. Sie werden massiv eingesetzt – da bin ich sicher.

Die Gesellschaft wird ihren Fokus auf die Arbeit nehmen müssen. Es wird ein neues Epistème aufgeschlagen und der Blick des Menschen auf sich selbst wird sich ändern (Foucault). Der Wandel hat begonnen, man darf nur nicht unter dessen Räder kommen. Ich sehe dafür nur eine Lösung: Das bedingungslose Grundeinkommen.

Das Hobby wird zum Beruf und die Menschen tun wirklich das, was ihnen Spaß macht. Ohne den Druck der Gesellschaft, man sei faul oder unverschämt, und ohne den Druck, das das Geld hinten und vorne nicht reicht.

Bleiben wir jedoch bei der bisherigen Sicht auf Arbeit, wird sich vor allem Armut entwickeln. Denn ohne Job ist auch der Wille darauf vergebens. Die Idee der unverschuldeten Armut, die sich erst im Mittelalter entwickelte, wird weichen müssen. Das wird viele Leute vor ein Unverständnis stellen.

26. April 2017 in Kultur & Zuhause, Story-Kommentar, Wirtschaft

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