BND-Erkenntnisse zum Putsch in der Türkei

Ein bisschen untergegangen ist m.E. die Nachricht des BND zum Putsch des Militärs in der Türkei.

Der BND (Bundesnachrichtendienst) hat den Putsch in der Türkei untersucht und das bestätigt, was ohnehin viele vorher schon vermuteten. Nicht die sogenannte „Gülen“ Bewegung ist schuld am Putsch in der Türkei, sondern das Militär selbst.

Türkische Fahne

Niemand habe das Militär angestachelt, bis auf vermutlich die Paranoia des türkischen Regierungschefs Erdogan. Denn schon vor dem Putschversuch, gab es etliche Entlassungen beim Militär. Dies wurde danach natürlich verstärkt und betrifft nun fast alle Sphären der Gesellschaft. Es gibt auch keine Hinweise darauf, dass der Putsch von Erdogan selbst initiiert wurde.

Erdogan suchte einen Schuldigen für den Putsch und da passte es perfekt, einen Konkurrenten aus dem Weg zu schaffen. Die Gülen Bewegung sei eine zivile Bewegung ohne militantem Hintergrund, so der Nachrichtendienst gegenüber dem Spiegel. Entweder hat es sich Erdogan so lange eingeredet, bis er es selbst glaubte oder er agiert tatsächlich strategisch. Doch auf einem Thron aus Bajonetten sitzt man nicht sehr gut (und lange), wie man so schön sagt.

Es wird doch immer deutlicher, dass Erdogan immer stärker polarisieren will, in der Hoffnung sein Referendum hin zu bekommen. Dafür lügt und droht er – er verhält sich wie ein kleines Kind oder wie Trump. Beides Männer aus dem gleichen Holz und vermutlich berauscht von der Macht.

Gibt es einen Grund dem BND nicht zu vertrauen. Ja, sicherlich. Aber in dieser Frage? Welchen Vorteil hätte die deutsche Regierung daraus, zumal es viele ohnehin denken. Erdogan schoss sich selbst ins Aus -dabei ist die Frage, wer den Putsch initiierte fast schon irrelavant. Es ist doch ohnehin nur ein Vorwand für die Vermehrung der eigenen Macht.

21. März 2017 in Politik & Medien, Story-Kommentar

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