Börsenreform oder was man nicht handeln sollte?

Obwohl ich an der Börse meine Geschäfte mache, achte ich darauf, bei wem ich investiere – nicht nur ob der Sicherheit der Anlage, auch ob der moralischen Implikationen.

Die Moral ist an der Börse nicht gerne gesehen. Wen interessieren schon moralische Implikationen, wenn man Kasse machen kann – und klar ist auch, dass man mehr Geld macht, wenn man nicht auf soziale, umwelttechnische oder politische Kategorien achten muss. Der Logik folgend müsste man die Leibeigenschaft wieder einführen, was bei vermutlich so machem Neoliberalen glänzende Augen führen würde. Doch das kann es ja wohl nicht sein!!

Getreidefeld

Ausschluss vom Börsenhandel für bestimmte Waren

Daher bin ich dafür, dass man einige Dinge der Börse einfach entzieht! Diese Waren sollte man nicht an der Börse handeln und das tue ich auch nicht. Ganz oben auf dieser Liste sind Grundlebensmittel, wie Soja oder Getreide. Da unterscheide ich auch von Unternehmen, wie beispielsweise Coca Cola. Lebensmittel, genau wie Immobilien (welche ebenfalls entzogen werden sollten), werden erst seit ungefähr 200 Jahren gehandelt – mit dem Beginn des realexistierenden Kapitalismus. Sie drohen nur um des schnellen Geldes Menschen zu unterdrücken und zu benachteiligen. Nicht nur in Afrika leben Arme und der Zusammenbruch des Immobilienmarkts war auch in Japan, den USA oder in Spanien!

Um Währungskrisen, wie die Euro-Krise, die von den Investmentbankern und Hedge Fonds ausgelöst wurden (die dabei ja ordentlich Geld gemacht haben) zu vermeiden, sollte man den Devisenhandel, samt seinen Derivaten, ebenfalls dem Börsenhandel entziehen. Manche sagen, der Grund für die Krise sei die Möglichkeit auf den Leerverkauf. Das ist tatsächlich ein Problem, jedoch muss man den Parkett-Leuten eine Möglichkeit lassen auch bei sinkenden Kursen Geld zu machen. Da sehe ich eher eine Limitation für die Lösung, aber ich handele nicht mit Verlusten (wie doppeldeutig;) )

Investitionen bei bestimmten Firmen

Jetzt kann man sich auch beispielsweise über Firmen aufregen, die diese Standards nicht einhalten. Skandale gibt es ja genug… Dazu muss man das aber erstmal wissen und es ist unpraktikabel und nahezu unmöglich alle Standards der Firma zu überprüfen und dann erst zu kaufen. Aber wenn man über die Skandale, wie beispielsweise in der Textilindustrie – konkret bei KIK – oder bei Apple mit dem IT-Schrott in Afrika, das von den Firmen weiß, gibt man denen doch kein Geld?! Oder Firmen die Steuern hinterziehen, irgendwann geht das auch vorbei und dann sinken auch die Kurse.

Immer wieder stellt man doch fest, dass irgendwann solche Sachen tatsächlich Konsequenzen haben werden. Irgendwann kommt es heraus und dann sind die Aktien solcher Firmen auch gut abgestürzt. Das ist also nachhaltig gedacht, bei soetwas nicht einzusteigen!  Außerdem kann man damit das „Gute“ befördern, weil man das „Böse“ nicht finanziert – was eine weiteres Machtinstrument in den Händen der Konsumenten wäre…

23. Oktober 2014 in Börse, Politik & Medien

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