DAX, Draghi & Ausweitung QE Programm

Wieder ein Mal hat es eine Aussage von Mario Draghi, dem EZB Chef, gegeben, der den DAX stark angeschoben hat. Was bedeutet das QE also Aufkauf Programm der EZB überhaupt und wem nutzt es?

Es geht um eine mögliche Ausweitung des Anleihe-Kaufprogramms, des sogenannten Quantitative Easing – kurz QE oder auf gut Deutsch: Billiges Geld. Das Ziel der Politik der EZB durch Mario Draghi ist es erklärter weise, die Deflation zu verhindern – also die Inflation auf ungefähr 2 Prozent zu bekommen. Das ist die zentrale Aufgabe der EZB – die Stabilität der Währung. Also keine Deflation oder zu hohe Inflation. Dafür hat man einige Mittel, sozusagen Strippen, an denen man ziehen kann, um die Wirtschaft zu lenken.

EZB DAX Oktober

Ein Mittel ist der Leitzins, an dem sich die Banken orientieren. Dann gibt es die Mindestmenge an Geld, die eine Bank haben muss – die also die Liquidität einer Bank bestimmt. Und neuerdings kauft die Bank Anleihen von Staaten auf. Staatsanleihen darf die EZB aber eigentlich nicht aufkaufen, weil es Staaten direkt unterstützt. Daher kauft die EZB auf dem privaten Markt von Banken diese Staatsanleihen auf.

Banken sollten mit dem nun vorhandenen Geld ihrerseits Kredite vergeben. Die Kredite sollten, so die Theorie, von Unternehmen genutzt werden, um in Maschinen oder in Expansion zu investieren. Und jetzt stell Dir vor, Du bist die Person in der Bank die entscheidet, was man nun mit dem Geld macht.

Entweder ich gebe sie einem Unternehmen zum Beispiel, welcher mir mit seinem Unternehmen eine Rendite von vielleicht zwei Prozent gibt – mit der Möglichkeit, dass das Unternehmen scheitert und Pleite geht. Oder aber man investiert das Geld in Aktien und kann derart schon Mal fünf bis sieben Prozent rausschlagen – natürlich inklusive der Chance, dass man auch verlieren kann.

Was würdest Du tun? Was tun wohl die Banken in Europa. Sie gehen mit dem Geld an die Börse und das erklärt, warum die Aktien und der DAX steigen. Nicht nur die Banken stecken das Geld rein, auch diejenigen die wissen, dass es so kommen wird. An der Börse wird ja die Zukunft gehandelt.

Das QE Anleihekaufprogramm der EZB hilft, neben der Börse, also vor allem den Banken – das muss man mal ganz klar sagen. Und hier sind diejenigen zu finden, die Geld haben. Es hilft und das kann man wohl so sagen, den Reichen. Ebenso profitieren diejenigen, die Schulden haben oder gerade machen, allen voran der Staat mit der schwarzen Null. Denn die Zinsen sind niedrig.

Und immer wenn ein Bereich gewinnt – muss ein anderer Bereich verlieren. In diesem Fall sind es die Sparenden – ihre geringen Zinsen entsprechen der geringen Inflation – man gewinnt nichts und verliert nichts? Falsch – man verliert sehr viel. Einer Studie der DZ Bank nach kostete der Niedrigzins vor allem die Sparenden über 100 Milliarden Euro.

Was macht es also für einen Sinn? Denn die Rechnung geht ja noch weiter. Das viele Geld wird ja für einige Jahre im Umlauf bleiben. So muss man vorsichtig sein, dass aus der Vermeidung der Deflation nicht eine galoppierende Inflation wird.

Aber zum Tagesgeschäft. Was macht der Leitindex in Deutschland? Der DAX fällt heute wieder, das liegt allerdings daran, dass bei so viel Plus einige Leute ihre Gewinne mitnehmen. Wie sagt man an der Börse so schön: „Vom Gewinne mitnehmen ist noch niemand arm geworden.“

Doch dieser kurze Einbruch bedeutet nicht, dass es nun einen Trendwechsel gibt. Das ist eine normale Reaktion bei einer solchen Steigerung. Ich denke der Trend nach oben geht auch diese Woche weiter, wenn auch nicht mehr so schnell, wie in den vergangenen beiden Börsentagen. Denn sie waren wieder der Ansprache von Draghi geschuldet und wie schon im Januar, ebenfalls ein 22., sind die Kurse danach gestiegen. Inzwischen war der Anstieg vom Januar verpufft und ich habe der Formation den Namen Draghi Buckel gegeben.

26. Oktober 2015 in Börse, Wirtschaft

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