Daytrading – Schnelles Geld?

Ich fürchte dass immer mehr Menschen glauben, dass man mit der Börse schnelles Geld machen kann – ohne Vorwissen.

An der Börse lässt sich sicherlich viel Geld machen, wenn man schon etwas Geld hat (!), und vermutlich auch schnell, wenn man weiß was man da macht. Daytrading ist vielleicht eine solche Möglichkeit, ich kenne sogar welche die planen davon zu leben. Aber das Ganze hat reichlich Haken und Ösen!

Dax im Trendkanal Maerz 2015

Wer mit Aktien handelt, sollte sich mit den Firmen, in die man investiert beschäftigen. Das kostet vor allem viel Zeit und das nebenher zu machen, ist vielleicht keine so gute Idee. Außerdem investiert man in einzelne Aktien am besten langfristig. Wenn es dann mal runter geht, verkauft man sie einfach nicht. Und bei den mikrigen Zinsen derzeit, ist eine Dividende besser als nichts.

Wer aber richtig an die Börse gehen will, sollte sich mit dem Daytrading beschäftigen. Dabei handelt man den DAX Future, wobei jeder Punkt des DAX 25 Euro ausmacht. Damit man da überhaupt mitspielen darf, braucht es ausreichend Kapital. Wenn man eine Wette über Nacht halten will, muss man mehr Geld auf dem Spielkonto haben, als wenn man alle Deals am selben Tag beendet.

Dabei wettet man beispielsweise darauf, dass der DAX steigt – also kauft man. Wenn man glaubt, der DAX fällt, muss man auf Short setzen – also einen Leerverkauf initiieren. Für die Person, die das macht gibt es dafür zwei Buttons : Buy und Sell.

Man trägt auch Gewinnmitnahmen und Verlustgrenzen ein. Derart wird eine Order automatisch ausgelöst, falls die Gewinnerwartung erreicht ist. Geht der Kurs in die unerwartete Richtung – das wird oft passieren – begrenzt man den Verlust mit einem Eintrag bei der Ordereingabe. Der sogenannte Stop-Loss. Und es gibt eine Menge Sachen auf die man achten muss, einige davon habe ich unter dem Tag „Finanzlexikon“ gesammelt. Es gibt zudem verschiedene Strategien, wie man an der Börse Geld machen kann.

Wer richtig Profi ist, kann sich dann an Strategien wagen, die riskant sind, aber mit schnellen Gewinnen locken. Dazu zählt beispielsweise die sogenannte „Scalping Stratgie„, wobei man darauf achten muss, dass es nicht der eigene Scalp ist 😉 Die Strategie sieht vor, dass man viele Deals (oder Trades) zeitgleich macht, aber mit einem engen Stop-Loss. Mit Leerverkäufen macht man kleine Gewinne, aber davon viele. Dabei muss der Kurs an einem Trendkanal an die obere Linie kommen, wo er dann zuweilen wieder absinken kann. Bei einem solchen Signal ergibt sich die Chance.

Allerdings lassen viele Broker, aus Eigeninteresse, das nicht zu. Denn es kann auch schnell zu hohen Verlusten kommen, die der Broker absichern muss, denn der Broker geht in Vorkasse. Bis dahin empfehle ich einige Online-Kurse zu machen und jahrelanges Training! Ja, das kann man trainieren – wie beispielsweise das Erkennen von Chartmustern. Und Achtung – zwei Hauptgefühle äußern sich am Parkett: Angst und Gier – damit muss man fertig werden. Nicht gerade die angenehmsten Gefühle, die der Mensch kennt.

Außerdem braucht man natürlich die entsprechende Infrastruktur, was viele Charts auf mehreren Bildschirmen – je nach dem auf was man sich konzentrieren will – und selbstverständlich einen Broker. Für die Echtzeitübertragung des DAX muss man zahlen, sowie für jeden Trade den man machen will. Man muss sich also vorher die Gebühren ansehen und errechnen, ab wann man Gewinn macht. Der sogenannte „Break-Even-Point“, der aber hier deutlich niedriger liegt, als wenn man ein Unternehmen startet 😉

Ich selbst handle nicht als Daytrader. Auch wenn ich es schon mal überlegt habe, so ist mir doch klar, dass ich noch viel zu wenig davon weiß. Um das professionell zu machen, müsste ich da viel mehr Zeit investieren, bevor ich Geld investieren sollte.

Fazit: Jede Person die das plant, sollte sich m.E. sehr lange damit beschäftigen. Es braucht Geld, das man notfalls als Lehrgeld abschreiben kann. Nicht nur Bücher dazu sollten gelesen worden sein, sondern auch Online-Kurse und Demo-Kontos durchgeführt werden. Bei den Demokonten hat man die Möglichkeit, Gelerntes praktisch anzuwenden, ohne wirkliches Geld zu setzen. Doch Vorsicht: Man weiß ja, dass es um nichts geht und an der Börse, pocht das Herz dann doch anders.

6. April 2017 in Börse
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