Dom von Naumburg (Saale)

In der Stadt Naumburg an der Saale steht der evangelische Dom mit Elementen des Mittelalters.

Der Naumburger Dom ist den Heiligen Peter und Paul gewidmet und ist zu besichtigen, was aber auch nicht wenig Eintritt kostet! Das Gotteshaus ist eine Station der Romanikstraße, obgleich hier vor allem die Gotik vorherrscht. Aber es gibt einige Raritäten aus der Romanik hier. Romanik ist die Zeit, in der man im Mittelalter anfing mit Steinen zu bauen. Sie ist gekennzeichnet durch dicke Mauern und runden Fenstern.

Tuerme des Naumburger Doms

Geschichte des Dom zu Naumburg

Wie so oft stand vor der Kirche an dieser Stelle im Frühmittelalter eine Burg – die der Markgrafen von Meißen. Ein hohes Adelsgeschlecht, das zur Handelsüberwachung an der Stelle eine Burg errichten ließ. Die Stadt wird urkundlich erst im frühen elften Jahrhundert fassbar. Sie entstand vermutlich deshalb, weil sich an der Stelle zwei Handesrouten kreuzten. Der Name Naumburg geht auf die Burg zurück, die wohl im 10. Jahrhundert entstand: Nuewenburg – Neue Burg.

Jede größere Stadt oder Siedlung im Mittelalter brauchte aber eine Kirche und das wurde an der Stelle gebaut. Im 11. Jahrhundert gab es eine Kirche St. Maria. Daraus eine Kathedrale zu machen war die Idee desselben Jahrhunderts. Die Änderung der Heiligen ist einem Umzug des Bischofskonvents aus Zeitz geschuldet, wofür die Kathedrale erbaut wurde. Der Stil war der der Romanik und sie wurde 1044 geweiht.

Die romanische Kathedrale war eine Basilika mit drei Querschiffen und kleiner als das heutige Gebäude. Sie wurde neben der Burg errichtet, die heute nicht mehr zu sehen ist. Die Krypta der alten Kirche unterhalb der Apsis ist aber noch zu begutachten. Darin befindet sich ein romanisches Kruzifix aus dem 12. Jahrhundert.

Ab 1210 hat man die Kirche vergrößert und stilistisch etwas angepasst. Davon zeugt noch das Langhaus. Es entstand eine Bündelpfeiler-Basilika und wurde 1242 geweiht. Ab 1250 entsteht der Westchor, der unten noch mal erwähnt wird. Der Konvent (also die Mönche oder die Nonnen) dazu war seitlich des Doms untergebracht und wurden in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts entdeckt. An den Dom angeschlossen befindet sich heute noch ein Kreuzgang, den man auch begehen kann und wo man noch ein paar weitere Details findet.

Im 14. Jahrhundert entstand das Gotteshaus im damals hippen Stil der Frühgotik, der seinerzeit als „Französischer Stil“ bekannt wurde. Der gotische Westchor wurde in der Zeit bearbeitet und es war damals selbstverständlich noch ein katholisches Gotteshaus.

Nach der Reformation, im Jahr 1542, wurde der Dom zum Sitz des evangelischen Bischofs, was aber nur bis 1564 anhielt. Schon als katholische Kirche war sie ein Bischofssitz – seit dem 11. Jahrhundert. Im Anschluss wurde das Haus dem Kurfürsten von Sachsen unterstellt, diente aber weiterhin als Kirche.

Der Nordturm wurde schon im 14. und 15. Jahrhundert erweitert und die Osttürme wegen eines absichtlich gelegten Brandes 1532 erneuert und gotisiert. Aber alle Schäden des Brandes wurden erst im Laufe der Jahrhunderte repariert.

Und obwohl der Barock als Gegenreformation gilt, bekam der Dom seine barocken Kappen im 18. Jahrhundert. Davor waren es Zeltdächer, wie es in der Gegend üblich war und man auch in umliegenden Städten noch sehen kann. Mit dem 19. Jahrhundert kommen dann neogotische Züge und die Turmhelme, aber auch neue Glasmalereien. Auch im 20. Jahrhundert hat man viel verändert, wie das Torhaus zwischen den Kapellen. Ausgerechnet unter der DDR wurde der Dom dann völlig saniert.

Kunst im Naumburger Dom

Zu den Kunstwerken im Dom gehören die Passionsreliefs und die Kreuzigungsgruppe im Portal – jeweils von heimatlichen Künstlern geschaffen. Die Kapitelle auf der Westseite zeigen Pflanzen, die recht realistisch darstellt werden. Vor allem beeindrucken die Treppengeländer mit ihren Figuren, die aber nicht so alt sind Vermutlich war der Baumeister und der Bildhauer aus derselben Schule. Die zwölf Figuren im Westchor sollen vermutlich die Stifter darstellen, zu denen der Markgraf gehören, sowie andere örtliche Grafen.

Ab dem 15. Jahrhundert entstanden die Malereien auf den Scheiben, darunter auch die „Törichten Jungfrauen“ – wie beim Magdeburger Dom. Besonders auffällig ist die Empore im Osten, die sogenannte Lettner. Das ist eine Grenze zwischen den privilegierten Gruppen. Es ist die älteste Variante dessen und aus dem 13. Jahrhundert.

Kirchen Eintritt zahlen?

Es ist schon etwas irritierend, wenn man heute – im Jubiläumsjahr von Luther – bei dieser aktiven evangelischen Kirche Eintritt zahlen muss. Und mit neun Euro ist man ordentlich dabei, wie ich finde. Ich habe noch nie bei einer Kirche Eintritt gezahlt, das wirkt wie der Ablasszettel.

Zum Vergleich: wenn man den Turm des Ulmer Münsters (die Kirche zu besichtigen ist kostenlos) besichtigen will, kostet es zwei Euro. Und das ist der höchste Kirchturm der Welt! Aber dass man in einer aktiven Kirche Eintritt zahlen muss, finde ich eine Frechheit.

Sicherlich die Erhaltung kostet Geld, aber daran mangelt es den Kirchen ja wohl nicht – auch nicht der evangelischen Kirche. Und ja, im Erdgeschoss befindet sich ein Museum – das aber für neun Euro ebenfalls etwas überteuert wäre.

Wo befindet sich der Naumburger Dom?

  • Domplatz 16
  • 06618 Naumburg (Saale)

8. September 2017 in Kultur & Zuhause, Story-Kommentar

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