Dürfen alle Profite machen?

Wenn eine Gesellschaft nach Profit strebt, ist alles andere zweitrangig – daher sollten nicht alle Bereich der Gewinnmaximierung verfallen.

Noch in den 90er Jahren begannen Lobbygruppen der Reichen den Spruch zu verbreiten: „Es ist nichts schlechtes daran, dass man Geld verdient“ oder „Es ist doch nicht schlimm oder illegal oder eine Sünde, wenn man soviel Geld macht.“ Es war die Zeit in der der Neoliberalismus seinen Anfang nahm und dessen Ergebnis der aufkeimende Faschismus ist – übrigens, wie vorausgesagt! Das Hauptstück dieser Veränderung war Hartz IV – oder die Frage, warum die SPD niemand mehr wählen will.

dollar und euro scheine

Profite und Gewinnmaximierung waren zuvor noch etwas verpönt, nach dem Faschismus der 40er Jahre und dem Krieg, sehnten sich die Leute nach Harmonie. Der Sozialstaat wurde geboren, auch als effektive Propaganda gegenüber der DDR und dem Ostblock.

Doch mit dem Wegfall des Feindes im Osten, brauchte es auch den Sozialstaat vermeintlich nicht mehr. Er wurde Stück für Stück zurückgefahren, mit dem Argument: „Wer etwas leistet, darf auch mehr behalten“. Am Anfang der Bundesrepublik Deutschland war der Spitzensteuersatz bei über 90 Prozent und dennoch gab es das „Wirtschaftswunder“. Heute liegt der Spitzensteuersatz bei 42 Prozent und der Effekt ist die Armen werden ärmer und die Reichen werden reicher. Dass diese dann alles daran legen, die Steuern zu vermeiden, wissen wir nicht erst seit den Panama oder den Paradies Papers.

Alle müssen was machen, bei der Co2 Reduktion oder beim bewussten Konsum! Hört doch mal gefälligst auch, deren Waren zu kaufen – dann halt mal kein iPhone und jubel diesem Formel 1 Fahrer nicht zu und so weiter… Da aber die meisten Menschen eben doch Egoisten sind… aber ich schweife wieder ab. Wo Profite gemacht werden, geht es um die Gewinnmaximierung. Das geht nicht selten einher mit der Unterdrückung der Arbeitenden, der Verschlechterung der Umwelt oder der Verwendung giftiger Materialien. Dafür ist es billig – yeahh!!! Und darum geht es denn doch auch. Denn das bedeutet auch Profit für die Konsumierenden, also vielmehr Einsparungen. Und die kleinen Leute haben immer weniger in der Tasche, da muss man sparen!

Unsere Welt ist komplett – ganz und gar – auf die Gewinnoptimierung ausgelegt. Alles daran und darin – inklusive uns – den Menschen. Diese Gesellschaft hat die Wirtschaft im Fokus, nicht den Menschen. Aber es ist okay, weil alle daran verdienen. Die einen mehr und der große Rest weniger. Doch sollten wir – ich weiß es ist gegen die unsichtbare Hand – einige Regeln aufstellen.

Es sollten gewisse Dinge der Vermarktung entzogen werden. Dazu gehören zu aller erst Lebensmittel. Sie sollten nicht an der Börse gehandelt werden und sie sollten einen Standardpreis erhalten. Von mir aus auch nur die Grundnahrungsmittel und was man daraus macht. Des Weiteren dürfen nicht mehr gehandelt werden: Immobilien und dererlei Derivate. Eine Wohnung ist nunmal die Grundlage unserer Gesellschaft.

Und die Gesundheit darf nicht der Gewinnmaximierung geopfert werden. Was wir von der CDU Gesundheitspolitik haben ist denn auch, dass einige Operationen zu viel gemacht werden, sich Ärmere keine Brille leisten können und wir nur noch einmal im Jahr die Zähne reinigen lassen dürfen. Alles andere wäre vermeintlich Kommunismus, wie es die neoliberale FDP einst falsch formulierte. Diese Basics sollten nicht an der Börse gehandelt werden und es sollten Standardpreise vergeben werden.

Denn wo man mit den Grundlagen Profite machen kann, werden die Grundlagen ausgebeutet und raubgebaut, sodass wir alle darunter leiden. Viel ist eh nicht mehr zu retten und der Faschismus kommt auch immer näher, vielleicht sollten wir uns angesichts der neoliberalen Regierung in spe lieber alle in Deckung bringen. Dass der Profit aber keine Grenzen kennt, sehen wir eben an den neuerlichen Auswüchsen, die sicherlich nur die Spitze des Eisbergs sind.

Im Übrigen hat der hoch geehrte Finanzminister a.D., Schäuble, sich auch nach den Panama Papers nicht gerade aufgerieben im Kampf gegen die Steuervermeidung! Quod erat expectandum und sicherlich weiß er warum…

Was könnten wir uns alles leisten, wenn alle die Steuern zahlen würden. Es wäre ja wirklich fast wie das Paradies – angefangen von den Straßen bis zu den Kindergärten. Aber wer so viel Geld verdient, verdient auch einen dritten Maserati in seiner Garage auf den Cayman Islands.

8. November 2017 in Story-Kommentar, Wirtschaft

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