FSC Zertifikat | Gut oder nicht?

Wie gut ist das FSC Zertifikat denn nun wirklich? Widersprüchliche Aussagen verschiedener Umweltvereine.

Ich dachte mit der Digitalisierung würde der Papierverbrauch abnehmen, tatsächlich ist es doch so, dass ich analog nicht mehr so gut schreiben kann – weil ich es so selten mache. An der Tastatur geht es einfach schneller.

holzstaemme

Doch es wird immer mehr Papier verbraucht. Und wenn man sich das überlegt, es ist ja nicht nur die Tageszeitung – es ist das Klopapier, das Druckpapier (dass man auch immer alles ausdrucken muss?) oder auch Visitenkarten oder dererlei mehr.

Bisher hatte man bei dem FSC Zertifikat ja immer ein gutes Gewissen. Und diese Auszeichnung ist ja inzwischen auch weitgehend bekannt. Tatsächlich findet es sich auf so ziemlich allen Papier-, respektive Holzprodukten. Ja – auch heute macht man Papier noch aus Holz. Auch in der Postmoderne ist Holz der Werkstoff Nummer eins.

Hierbei achten die Hersteller eben auch auf dieses Zertifikat. Dabei handeln die einzelnen Unternehmen, die das Zertifikat nutzen im Guten Glauben und das kann man ihnen ja abnehmen. Schließlich kann man sich nicht mit allem beschäftigen und wenn es ein solches Zertifikat gibt, warum sollte man nicht daran glauben.

Der Verein „Rettet den Regenwald“ spricht von einer Lüge des FSC Zertifikats, als ein Label ohne Effekt. Es wird von dem Forest Stewardship Council vergeben. Eine NGO, die sich dem Sozialen, der Wirtschaft und eben der Umwelt verpflichtet hat. Dazu gehören alle Beteiligten, auch die Industrie.

Das Ziel des Zertifikat ist eine nachhaltige Forstwirtschaft. Inzwischen sind dem Abkommen rund 500 Organisationen beigetreten. Sie definieren Nachhaltigkeit und solche Waldgebiete. Deutschland hat rund eine halbe Million Hektar Waldgebiet, das als FSC ausgeschrieben ist. Es gibt zehn Kriterien, die den Nachhaltigkeitsgrad definieren:

Achtung der Forstgesetze und FSC Regeln, Rechtliches bezüglich der Immobilie muss geklärt sein, die Rechte indigenen Einwohnenden muss geachtet werden, Forstwirtschaft muss zum Wohl der Bevölkerung nachhaltig sein, wirtschaftliche Effizienz muss gewährleistet sein, sowie die Biodiversität und es muss einen Plan zur Bewirtschaftung geben. Der Wald hat einen hohen Schutzwert und Plantagen können Wälder ersetzen.

Was den Einsatz von Pestiziden angeht, so gibt es auf nationaler Ebene noch weitere Gesetzgebungen. Und es gibt ein abgeschwächtes Siegel, das nicht die 100 Prozent erfüllt – daran erkennt man es dann auch – ob die 100 Prozent angegeben sind.

Wie schon im Mittelalter ist die Frage immer, wie die Institution zusammengesetzt sind – und das wird oft kritisiert. Auch kam es schon vor, dass das Zertifikat an Unternehmen ausgegeben wurden, die sich vor allem gegen die Menschenrechte strafbar gemacht haben.

Zudem wird kritisiert, dass der Kahlschlag kein Kriterium ist, wobei das kaum zur Nachhaltigkeit gezählt werden kann. Auch Monokulturen – von wegen Bioversität – haben ein FSC Zertifikat erhalten. Die oben erwähnte Organisation sieht schlimme Verletzungen der FSC eigenen Regeln. Demnach wird im Tropenwald nicht nur Kahlschlag begangen, sondern auch die indigene Bevölkerung ihrer Heimat beraubt. Und diese Hölzer bekommen das Siegel, so der Verein.

Während weltweit drei Prozent der Waldfläche dieses Siegel trägt, sind es in den Tropenwäldern rund 13 Prozent. Obgleich das ganze Konzept eigentlich gerade dafür ausgelegt wurde. In Deutschland sind es rund fünf Prozent der Waldfläche. Sie fordern eine staatliche Kontrolle und härtere Sanktionsmöglichkeiten.

Dennoch glauben die meisten Organisationen an die Wirksamkeit und es ist wohl besser als nichts, weswegen auch die kritischen Stimmen nicht immer austreten. Das Zertifikat FSC war auch von der Unterstützung der Umweltschutzvereinigung Greenpeace zustande gekommen. Andere sind allerdings ausgetreten.

Damals in den 80er und vor allem den 90er Jahren war das Waldsterben ein wichtiges Thema, gerade der Regenwald war in aller Munde. Es gab T-Shirts und Veranstaltungen zu dem Thema. Ich erinnere mich noch ein Plakat: Man sah einen Wald und auf einem Baum ein Schild. Darauf stand „Waldsterben verboten!“ – Die CDU 😀

17. November 2015 in Natur, Wirtschaft

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