Genetik & Datenbanken im Informationszeitalter

Die Genetik, ein sagenumwobenes Segment der Biologie. Doch gerade im Informationszeitalter sind Gene und ihre Daten wichtig, ja gerade zu wirtschaftlich wichtig!

Wir leben ja bekanntlich im Informationszeitalter, also die Zeit in der Daten eine enorme Wichtigkeit haben. In der Steinzeit waren es die Steine, die das Leben der Menschen veränderten; bei uns sind es die Daten.

Genetischer Code Ausstellung

Im Verkehr gibt es schon Plänkeleien um die Daten des Verkehrs, nicht nur bei der Maut via Kennzeichen-Erkennung. Es geht um den Markt der Telemetrie-Services, daher braucht es die Fahrdaten der Vehikel. Der Datenschutz zeigt sich besorgt, doch in den USA ist man da schon weiter. Selbst die Polizei scannt permanent alle Fahrzeuge – die Technik macht es möglich – schon seit Jahren – also macht man das. Das Speichern und Sortieren der Daten in Datenbanken ermöglicht den ultimativen Abgleich – man muss nur möglichst viele Daten in den Datenbanken haben und diese noch verbinden.

Eine weitere Datenbank, die sich gerade im Aufbau befindet, ist die Genom-Datenbank von Google, so Heise. Eine sortierte Abspeicherung von Informationen auf den Genen – als wäre es vorbestimmt, dass wir im Informationszeitalter die Informationen unserer Gene lesen und sortieren können. Und mit der Cloud geht es ja bekanntlich von überall aus, zudem ist die Speicherkapazität enorm. Die Vorraussetzungen sind geschaffen…

Google ist aber bei Weitem nicht das einzige Unternehmen, auch bekannte Wettbewerber wie Amazon und IBM sind im Spiel. Obwohl ja Google überall drin ist. Autonome Autos, Weltraum & Satelliten, Haushaltstechnologien (Nest Labs), Robotik, Youtube, Android, Desingfirmen, Gesundheitsforschung und was irgendwie mit Software zu tun hat  – die sind ja überall mit drin. Die Firma wird wohl nicht so schnell abschmieren, was Aktionäre freuen wird. Google gehört wohl zu den Oligarchen der Zukunft.

Die Genom-Datenbank soll Ärzten zur Verfügung gestellt werden, die darin suchen können wie in einer Bibliothek. Bereits seit über einem Jahr sammelt Google hier die Gen-Daten. Wie viele Gene in der Datenbank gespeichert sind, ist nicht bekannt, jedoch gibt es wohl einen Zugang von öffentlichen Einrichtungen, wo wohl schon 3.500 Genome vorliegen. Das Genom eines Menschen (vor Komprimierung) braucht übrigens rund 100 GB Platz.

Einhellig betonen alle Beteiligten den großen Nutzen im Kampf gegen Krankheiten. Woher diese Daten allerdings kommen, bleibt mir unklar…

Das große Problem ist doch – und das ist nicht ganz von der Hand zuweisen: Was, wenn die Daten an die Krankenkasse kommen? Wenn Ärzte dort einblicken dürfen? Ändert sich dann der Versicherungsbetrag, wenn die mein Genom kennen? Vielleicht habe ich ein Risiko, das vielleicht auch nie relevant wird – aber bei deren Beitragsberechnung eine Rolle spielen wird.

In den USA ist das nämlich durchaus drin, da gibt es auch das berühmte Beispiel von einer Frau, die nach einer Krankheit googlete und darauf keine Versicherung bekam. Dabei hatte nicht sie, sondern ihre Nachbarin diese Krankheit. Und auch im Verkehr ändert sich die Versicherungswelt. Vernetzte und Autos mit Fahrassistenzsystemen sollen künftig günstigere Kfz-Versicherungen bekommen.

Mir macht das Angst, muss ich zugeben – mehr als die Erfassung der Verkehrsdaten, was ebenfalls einen starken einen Orwell’schen Touch hat. Aber es hat natürlich die Vorteile – und man kann sogar Verwandte finden oder herausbekommen, woher seine Vorfahren stammen. Aber vor allem kann man Krankheiten damit heilen, vielleicht auch Krebs oder Virenkrankheiten AIDS. Und mit vernetzten Autos kann man die Umweltverschmutzung und die Zahl der Verletzten und Toten im Straßenverkehr reduzieren – Wiedereinmal: Freiheit versus Sicherheit.

[Bildrechte bei John Goode via Flickr | CC-Lizenz]

14. November 2014 in Gesundheit, Politik & Medien, Story-Kommentar, Technik & Internet

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