Germanen ungleich Deutsche!

Immer wieder liest man es, dass wir von den stolzen Germanen abstammen und in vielen Ländern, ist der Begriff für Deutsch „german“. Doch das ist ein riesen Unterschied!

Ich habe in einer Lokalzeitung einen Leserbrief gelesen, geschrieben von einem alten Mann, der sich über einen – aus seiner Sicht – „vermeintlichen“ Wissenschaftler aufregte. Der Forscher wollte, wie ich es in diesem Artikel vorhabe, klar machen, dass die antiken Germanen nicht mit den heutigen Deutschen gleichzustellen sind. Natürlich, sagte der Leserbrief aus, ist das gleichzusetzen! Wieso heißen die Deutschen in England sonst „germans“? Kleiner Ausblick vorweg: In Großbritannien leben ebenfalls „Germanen“, nämlich Angeln und Sachsen.

Germanische Tracht im Fruehmittelalter

Germanen der Antike

Wir schreiben das erste vorchristliche Jahrhundert: Caesar, damals noch Feldherr und noch nicht der erste römische Kaiser, bezwang in einem Krieg die Gallier oder wie man in Deutschland sagt, die Kelten. Erstmals in der Geschichte der Menschheit wird der Begriff der Germanen geprägt, nämlich von den Römern. Sie beschreiben die nordischen Völker so, nicht sie sich selbst!

Die Germanen, die Caesar und zuvor auch Tacitus beschrieben, sind kein einheitliches Volk. Sie bestehen aus versplitterten Stämmen mit Häuptlingen und einer schwachen überregionalen Verbundenheit. Vor allem kämpfen sie gegen sich selbst. Man muss aber auch dazu sagen, sie waren Flüchtlinge – vermutlich des Klimas. Das erste Mal, dass die so stolzen Germanen auf die Weltbühne traten, waren sie Flüchtlinge, so als Zaunwink ans montagliche Dresden. Caesar beschreibt ihre Ausbreitungsgebiete als Germania. Die spätere römische Provinz Germania Superior, war größtenteils im heutigen Frankreich.

Die Germanen, bestehend aus Verbänden deren Namen heute noch nachklingen: Suebi (Schwaben), die Bajuwaren (Bayern), die Chatten (Hessen), die Franken (Frankreich) oder die Elbgermanen, wie   Semnonen, Hermunduren, Quaden, Markomannen und Langobarden.  Der genaue Ursprung vor der Völkerwanderung ist nur in etwa anzugeben, doch viele Stämme stammten wohl auch aus Skandinavien. Ein Stamm dessen Name im lateinischen so ählich klingt, wie Deutsch, aber nichts damit zu tun hat, ist der Stamm der Teutonen aus Jütland. Man könnte also sagen, nur Norddeutschland und Südskandinavien ist das Ursprungsgebiet der Germanen.

Und das ist es noch heute! Denn, genau wie die Franken, sind die Dänen, die Schweden und so weiter allesamt germanischen Ursprungs. Die einzigen in Nordeuropa, die man nicht zu den germanischen Stämmen zählen kann, sind die Kelten und die Slawen. Die Kelten wurden von den Römern von Süden und den Germanen von Norden in die Zange genommen. Manche Forschende sagen sogar, die Trennung von Kelten und Germanen ist rein fiktiv. Jedoch gibt es einige Unterschiede.

Bedeutende Unterschiede gibt es aber zwischen den damaligen Germanen und den Deutschen heute. Denn erstens gab es kein Nationalgefühl vor dem 18. Jahrhundert in Deutschland – noch nicht einmal ein wirkliches Deutschland. Es war ein Flickenteppich von Fürsten und Adelshäusern, woraus die Bundesländer entstanden – was bis heute Nachwirkungen hat.

Germanen im Mittelalter

So ist auch die Frage, ob Karl der Große (7. Jahrhundert) Deutsch oder Französisch sei, ist müßig! Denn weder gab es Nationalstaaten, noch die Vorstellung solcher Gebilde. Die Sprache der Franken war wohl kaum anders als die der Alemannen, ein Stammesverband der mit den Suebi im Laufe der Jahrhunderte gleichgesetzt wurde. Alles germanische Stämme, mit ähnlichen Traditionen, Riten und Sprache. Nur unter Karl dem Großen kam das Christentum auf, ein Vorwand für damals übliche Kriegszüge gegen die Nachbarn: Sachsen, Alemannen, Langobarden und so weiter – alles ursprünglich germanische Stämme.

Erst mit dem Tod Karls des Großen, der Aufteilung dessen Erbe unter den drei Söhnen führt zu einer Gebietsstruktur. Jetzt erst im 9. Jahrhundert kann man erste Umrisse des späteren Deutschlands erkennen. Hier eine Seite mit Karten und exakten Jahreszahlen im Zusammenhang. Aber noch immer gibt es weder das Wort noch die Idee von Deutschland. Das Hochmittelalter der nächsten Jahrhunderte lässt den Begriff erst prägen.

Der etymologische Begriff Deutsch stammt nicht von Teutonen, sondern von der Bezeichnung noch nicht christianisierter Stämme der damaligen Wissenschaft. Es ist ein fränkisches Wort, das man umgedeutet hatte. Denn schon Karl der Größe hat die Sachsen blutig christianisiert. Für die Franken selbst bedeutete der „diutisc“ (Deutsch) als dem Volk zugehörig. Volk kommt übrigens von „folgen“, denn darin waren sich die germanischen Stämme in der Völkerwanderung einig, dem Vordermann hinterher laufen – und das tat man über Jahrzehnte, manchmal sogar Jahrhunderte, wie die Goten.

Auch zu den Goten noch ein kurzes Wort. Im 19. Jahrhundert – mit dem aufkommenden Nationalgefühl – begann man sich auf seine germanischen Wurzel neu besinnen. Damals baute man gerne Kirchen im Stil der Neogotik. Die Goten waren ja Germanen, als Deutsche – so die Logik des 19. Jahrhunderts! Als man herausfand, dass die Goten ihre Baukünste vor allem in Spanien und Frankreich entwickelten, war man etwas geschockt. Einer Studie nach sind vor allem Frauen in Deutschland germanischen Ursprungs.

Das Nationalgefühl ist etwas völlig zusammenhangslos Konstruiertes und verursachte sinnlose Opfer in Weltkriegen! Warum sollte ich etwas gegen ein gesteigertes Nationalgefühl haben? Stolz auf die Nation, damit fing das Unheil allzu oft an.

27. Januar 2015 in Allgemein

4 Responses to Germanen ungleich Deutsche!

  1. Mark 20. Januar 2017 at 22:25 #

    Also wirklich schon traurig wenn man sein Volk abstreitet oder will.
    Warum haben manche Menschen ein Problem damit das wir Germanen sind. Klar wir sind ein Stamm das gewandert ist aber sesshaft wurde. Dieses Thema kann man weit ausbauen aber Fakt ist das wir Keltisch, Slawisch Germanisch sind. Und heute nennt man uns DEUTSCHE wo ich Stolz drauf bin wie andere Länder auch Stolz auf Ihr Land sind. Heil Deutschland oder bin ich jetzt ein Nazi .) dieses Wort sollte man verbieten es ist Diskrimination am eigenen Volk. In der Schule wird nicht mal das Germanium durchgenommen aber die Römer Griechen und natürlich der zweite Weltkrieg. Erbärmlich aber kennt jemand unseren Volksheld Arminius alias Hermann 🙂 fehlt noch das unsere ganzen Feiertage wegfallen weil die sind ja Germanischen Ursprungs 🙂 und nicht Christlich. Aufwachen sag ich nur.

  2. Politik-Wirtschaft-Kultur-Natur 23. Januar 2017 at 10:09 #

    Hallo Faschomark,

    solche Sprüche wie „sein Volk“ – die Germanen gibt es schon lange nicht mehr und die Vorfahren sind über die Welt verteilt. Die Vandalen waren in Nordafrika.

    Und Germanium hatte ich in der Schule, in Chemie 8. Klasse !!!

    Vielleich liest Du mal ein wissenschaftliches Buch, statt komische Fascho-Youtube-Videos!

  3. Sigab 23. Januar 2017 at 11:00 #

    Hahaha Germanium – hat hat wohl jemand seine Dämonen verwechselt und offenbar auch die nötigen Tabletten 😀

  4. Herbert 3. Mai 2017 at 12:57 #

    Das Wort Ger–man uebersetzt ins Deutsche stammt aus den guten alten Zeiten wenn wir die ersten Krieger waren die Sperrwaffen gebrauchten in Ihren Kriegen da doch in dieser Zeit der Speer genannt wurde Ger.Der Mann der den Ger warf war somit ein German(n),

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