Hong Kong, China & soziale Medien | Zensur

In Hong Kong gibt es Proteste gegen die undemokratischen Einflüsse der Zentralregierung in Peking. Schafft man es, das Internet zu zensieren?

Hong Kong war bis in die 90er Jahre eine britische Kolonie. Der Vertrag lief nach 100 Jahren aus und Hong Kong fiel zurück an das inzwischen „kommunistische“ China. Damals erhielt Hong Kong gewisse Vorrechte, die das restliche China nicht hat. Dass es da keine Begehrlichkeiten gab, respektive man es nicht mitbekommen hat, ist schon eine Leistung. Aber schließlich hat man in China sogar das ganze Jahr 1989 unter den Tisch fallen lassen, ob der Toten bei den Protesten auf dem Platz des himmlischen Friedens. Erfolgreich – sogar im Internet.

chinesische botschaft

Doch Bilder lassen sich nicht so einfach zensieren, wenn man sie nicht richtig benennt. Und so wollen die Protestierenden in Hong Kong die Idee weiter tragen, über soziale Netzwerke – nur durch Bilder. Auch wenn viele glauben, Bots also Programme können Bilder erkennen, das ist ein Irrtum. Auch wenn manche Portale das in ihre Leistungen stehen, so steht dahinter meist sogenanntes Crowd Working, also von Menschen die am Rechner sitzen und für ein paar Cents das Bild taggen, also benennen, respektive bewerten. Und das wird man wohl auch in China machen, ob das aber so erfolgreich sein wird ist fraglich.

Wenn diese Demokratie-Welle nach China überschwappt, dann könnte das weitreichende Folgen haben. Unter den Augen der Welt hatte man schon einmal so eine Bewegung brutal niedergeschlagen, 1989, doch heutzutage? Wie war das mit der Macht im 21. Jahrhundert? Was macht Deutschland dann, als gr0ßer Wirtschaftspartner? Sanktionen?

Peking will keine Zugaben machen und die Protestierenden wollen die Straße nicht räumen (es geht um freie Wahlen in Hong Kong und inzwischen um den Rücktritt des Bürgermeisters). Die Herrscher in China sagen dass die Proteste illegal wären, doch tatsächlich ist Meinungsfreiheit und damit Demonstrationsrecht ein geltendes Gesetz in Hong Kong, anders als im restlichen China.

Fazit: Egal, welche Option Peking wählt, die Machthaber werden Schaden davon nehmen… Die sozialen Netzwerke komplett zu kontrollieren wird schwer, zwar hat China viele Leute für sich arbeiten, aber eben auch viele Posts. Es könnte der Anfang vom Ende der „Kommunistischen Partei“ in China sein. Könnte dies auch Auswirkungen auf die chinesisch-russischen Handelsabkommen haben? Gas will man ja liefern, sobald die Pipelines fertig sind. Wird es sogar so weit kommen, würde China die Proteste blutig niederschlagen, dass zwei Handelsnetze entstehen, die westliche Welt versus China und Russland? Wo würde dann Afrika stehen? Naja, jetzt sind wir wirklich bei der Hypothese-Räsionierung angekommen.

1. Oktober 2014 in Politik & Medien, Story-Kommentar, Wirtschaft
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