Hunger in der Welt & Konferenz in Rom

Derzeit konferiert die Welt in Rom mit dem Blick auf den Hunger in der Welt, der ungefähr 40 Prozent der Weltbevölkerung betrifft.

Schon in den 1970er Jahren hatte man hochtrabende Pläne, man wollte es binnen 10 Jahren schaffen den Hunger in der Welt zu eliminieren. In den 80 Jahren wurde das komplett vergessen, es herrschte m.E. das Motto vor, dass man die Armen ja mit Nahrungsmitteln beliefern würde, wenn sie es bezahlen könnten. Inzwischen wollen die 190 Länder den Hunger bis 2015 halbieren. Seit der letzten Konferenz 1992 ist der Hunger um 21 Prozent zurückgegangen, also wurde das Ziel nicht erreicht. Erwarten darf man also von dieser Konferenz nur wenig.

Getreidefeld

Der Hunger der Welt ist ja nicht nur ein Ding der Entwicklungshilfe. Auch die Märkte spielen eine gewichtige Rolle beim Hunger und zugespitzt könnte man sagen, die Profitgier ist daran Schuld. Ich bin sowieso dafür, dass man Nahrungsmittel nicht an der Börse handeln dürfte. Es ist eine Grundbedingung für das Leben, wie Wasser und Luft.

Ein Aufreger sind natürlich die Übergewichtigen, im Vergleich mit dem Hunger in der Welt. Doch am Hunger der Welt sind ja nicht die Übergewichtigen schuld. Schuld hat der auch Markt, aber auch Bildung und Infrastruktur spielen mit rein und damit auch das politische Regime.

Das Prinzip der Hilfe zu Selbsthilfe ist an sich eine prima Sache, steht es doch schon in der Bibel „Lehre jemanden zu fischen und er wird immer Fisch haben.“ Aber der Fisch geht aus – das hat aber damit nur wenig zu tun. Die Korruption und die maroden Verhältnisse in den Ländern sind ebenso wichtig.

Meines Erachten ist die Politik der armen Länder in der Verantwortung.  Wenn der Staat es zulässt, dass seine Bevölkerung verhungert ist das doch ein Verstoß gegen die Menschenrechte oder die Grundrechte!? Kein Leben ohne Essen und die Möglichkeit auf Erhaltung des menschlichen Lebens sollte doch in jedem Staatsziel verankert sein. Alle Teilnehmenden Staaten sehen es als Schande an, dass heute noch Menschen hungern müssen. Doch, könnte man hinzufügen, was soll man schon machen..?

Hier könnte man doch mal mit einer reformierten UN die Pax UN durchsetzen. Die Machthaber ablösen und eine Demokratie einführen. Während der Übergangszeit baut man eine ordentliche Infrastruktur und Häuser auf – das ist vermutlich noch günstiger als was bisher investiert und wäre nachhaltiger. Und wenn dann eine Generation an Wohlstand und Frieden gewöhnt ist, wird der Krieg und der Hunger unwahrscheinlicher zurückkommen. Die Kultur und die Religion bleibt erhalten, aber es herrscht Freiheit. Das System der UN muss zur Verwaltung einen Korruptionsrat haben, der über die Handlungen wacht. Nur so kann Vertrauen geschafft werden.

Der Klimawandel wird die Nahrungsmittelmangelsituation verstärken, warnt Oxfam. Und mein kleines Gedankenspiel ist natürlich unmöglich durchzuziehen, vielleicht nach dem Sieg über den IS, aber vermutlich eher nicht.

Was die hungernden Ländern angeht, so kollidieren zu viele Macht-Interessen und vor allem das Geld läuft in anderen Strömungen. Man muss vielleicht auch die Geldströme ändern, also Einfluss auf den Markt nehmen. Doch auch hier stehen Gewinne gegen das Vorhaben – und da hört schließlich der Spass nicht nur im Westen auf! Das könnte die Wirtschaft schwächen und kostet Arbeitsplätze – schon mal aufgefallen, dass die Angst-Argumente immer dieselben bleiben?

19. November 2014 in Politik & Medien

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