Kamille (Matricaria recutita) | Heilkraut für alle Fälle

Die Kamille ist ein absolut wichtiges Heilkraut, das ich hier mit seiner Wirkung und seinen Einsatzmöglichkeiten darstellen will.

Die Kamille wird bei vielen Therapien genutzt, so wird es Zeit, dass ich mich einen Artikel lang damit beschäftige.

Kamille

Die Kamille ist ein uraltes Heilmittel, das wird schon aus ihrem Namen klar: Matricaria. Bei den alten Kelten hieß die Urmutter, die Göttin der Erde (und auch der Pferde) Maternia und ihr Name ist in vielen Kulturen ähnlich. Matricaria recutita könnte als die Vertreterin der Göttin, die abgeschnitten werden kann, interpretiert werden. Das ist aber nur geraten… Kamille war in vielen Kulturen heilig und alle wussten um ihre Heilwirkung.

Kamille: Ihre Wirkstoffe

Die Kamille, mit ihrem lieblichen Duft, kommt in Deutschland eigentlich überall vor und nicht wenig. Das ist geradezu beruhigend, wenn man sich über die Fähigkeiten dieser Pflanze klar wird. Und gerade hierzulande sind die Wirkstoffe der Kamille vermehrt vorhanden – wogegen sie im Teebeutel eher gering sind.

In der Kamille findet man bis über ein Prozent ätherischer Öle: Chamazulen, Bisabolol und Matricin. Jeder Duft hat eine entzündungshemmende Wirkung. Außerdem gibt es in der Kamille mit rund zehn Prozent Flavonoide, Schleimstoffe (für die positive Magen-Darm-Wirkung) und Cumarin, was auch in der Kosmetik Verwendung findet.

Kamille kann es auch mit den Pilzen aufnehmen, sei es Haut- und/oder Fußpilz. Die Kamille hat natürlichen Schutz gegen allerlei Pilzarten.

Wogegen kann man Kamille einsetzen?

Gemeinsam wirken diese Stoffe (und weitere) in der Kamille positiv bei Entzündungen, Krämpfen, Blähungen, Schlafstörungen, Bakterien- (besonders bei Streptokokken) und bei Pilzbefall.

Vor allem bei Magenbeschwerden, bei Krämpfe, Schleimhautreizungen wird Kamille gerne genutzt, aber die Auswahl der Einsatzmöglichkeiten ist bedeutend höher. Vielleicht daher auch ihr lateinischer Name, aber sie macht sich gut bei Menstruationsbeschwerden. Die Kamille löst Krämpfe, sei es bei der Gebärmutter oder in den Muskeln.

Wie schon einmal beschrieben ist Kamille ein wichtiges Element bei der Heilung der Haut! Hierzu nutzt man die Heilkraft der Kamille durch Bäder, Tee und Tinktur und Umschläge. Das betrifft auch andere Hautprobleme, wie Pickel oder Ekzeme oder bei Sonnenbrand. Vor allem die Blüten enthalten viel der Schleimstoffe. Aber es gibt ja viele Kamillencremes. So liegt es nahe, dass Kamille auch bei Neurodermitis eingesetzt werden, denn Kamille wirkt auch juckreizlindernd. Auch Allergien werden mit Kamille behandelt, denn Kamille selbst ist nur äußerst selten allerigeauslösend. Eigentlich ist Kamille immer der Ansprechpartner, wenn es um Hautprobleme geht, so beispielsweise auch bei trockener oder fettiger Haut oder Haar.

Der unangenehmen Krankheit der Hämorrhoiden kann die echte Kamille auch abhelfen. Ihre Entzündungs- und Keimhemmende Wirkung wird mit dem Effekt der Schmerz und Juckreizstillung und der erwähnten Wundheilungsförderung kombiniert. Sogar die Venen erhalten einen positiven Effekt von der Kamille!

Die Kamille wirkt außerdem beruhigend auf das Gemüt und hilft gegen Schlaflosigkeit oder Nervosität. Sie lockert die Muskulatur, also auch gut gegen Verspannungen.

Wie wird Kamille genutzt: Therapieformen & Rezepte

Kamille kann man eigentlich immer innerlich und äußerlich anwenden. In Form von Tee, Tinkturen und Alkoholentzüge sind möglich. Mit Alkohol lassen sich die ätherischen Öle besser aus der Pflanze bekommen. Äußerlich sind es vor allem Salben oder Cremes. Als Dosis sollte man circa drei Mal am Tag drei Gramm getrocknete Kamille aufgießen.

Bei Magen-Darm-Beschwerden kann man Kamille, und das liegt auf der Hand, als Tee zu sich nehmen. Gerade die Verbindung von Kamillentee und -Tinktur sind vielversprechend bei Magenproblemen. Bei besonders gereizten Magen-Darmtrakten kann man fünf Esslöffel Kamillenblüten mit einem Liter heißem Wasser anrichten und fünf Minuten ziehen lassen. Noch im Bett auf nüchternen Magen trinken. Auf dem Rücken liegend sich nach links und recht rollen, um alle Magenbereich zu erreichen. Im Übrigen kann auch Sodbrennen mit Kamillentee therapiert werden.

Das gleiche gilt auch für Entzündungen im Mund- und Rachenraum! Hier lohnt sich das Gurgeln; dafür nimmt man eine Tasse Kamillentee inklusive Tinktur, mit rund 10-20 Tropfen.

Bei Hämorrhoiden kann man Kamille ebenfalls innen und außen anwenden, in Form von Tee, Sitzbad, Tinktur, Salbe oder Zäpfchen.

Hautverunreinigungen, sei es Allergien, Photo- und Phytodermatitis, kann ebenfalls mit Kamille behandelt werden. Sie wirken ja entzündungshemmend. Hier helfen Waschungen, Umschläge, Heilerdepackung mit Kamillentee.

Bei Fuß- oder Hautpilz helfen Salben der Kamille. Insgesamt gibt es fast nichts, wo die Kamille nicht helfen kann. Ihr Einsatz macht sich gut, wenn man das ätherische Kamillenöl zu 1-2 Prozent mit Jojobaöl oder anderen hautfreundlichen Cremes vermischt. Das hilft wie erwähnt auch bei trockener Haut oder Haaren!

Bei Schlafproblemen kann man Kamille Kräuterkissen nutzen, sie finden auch Anklang bei Kindern, wenn sie ihre Zähne kriegen.

24. Juli 2015 in Gesundheit, Natur

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