Krieg zwischen Sunniten und Schiiten?

Ich hatte schon mal einen ähnlichen Artikel geschrieben, aber mir drängt sich immer öfter der Vergleich auf und damit die Frage: Wiederholt sich gerade ein Krieg im arabischen Raum, den auch mal in Europa tobte?

Gemeint ist damit der Dreißigjährige Krieg, ein Krieg der Religionen im 17. Jahrhundert. Doch werfen wir zunächst das Augenmerk auf das heutige Geschehen. Da braucht man nicht viel schreiben, es hat jeder gesehen, dass es eine Gruppe ISIS gibt, die ein Kalifat herstellen wollen – also ein islamisches Land das offiziell vom Nachfolger Mohammeds regiert wird.

Halbmond Stern

Was zunächst wie ein Terroristischer Aufstand in Europa verstanden wurde, hat sich zu einem als ein Kampf der islamischen Religionsrichtungen herausgestellt – die Sunniten gegen die Schiiten. Genau das erinnert mich an den 30jährigen Krieg zwischen Protestanten und Katholiken.

Liegt es an der monotheistischen Religionsart, dass diese sich spalten und bekriegen? Natürlich gibt es mehr als die zwei Gruppen – aber auch das Christentum hat ja noch weitere Strömungen, wie die anglikanische oder die neuapostolische Kirche.

Religiöser Unterschied zwischen Sunniten und Schiiten im Islam

Beide islamische Strömungen erkennen Mohammed als den Proheten an, also der Begründer dieser Religion. Der Streit, der diese Religion spaltete, ist die Frage der Nachfolgerschaft des Propheten, respektive die Frage der Nachfolgeschaft. Die Schiiten glauben es hätte der Verwandte von Mohammed sein müssen, der zum Anführer – also Herr über Moslems – wird; sowas wie der Papst. Die Sunniten glauben, eine Wahl sollte dies entscheiden – nicht der Verwandtschaftsgrad. Die Sunniten bilden auch den Großteil der islamischen Gemeinde, nicht aber im Iran oder im Irak. Die ISIS ist sunnitischer Glaubensrichtung und wurde in den beiden Ländern nur wenig angenommen.

Oberfächlicher Vergleich Europa / Arabischer Raum – heute und damals

Vergleichen wir das mit dem Christentum. Mit Luther entstand eine Reformationsbewegung, die sich durch ganz Deutschland, respektive die deutschen Ländereien zog. Während die Anhänger der Reformation (damals noch nicht Protestanten genannt) sich immer weiter ausdehnten und Rechte einforderten (dann hießen sie Protestanten), wurde es dem romtreuen Kaiser zuviel und er nahm die Dienste Wallensteins in Anspruch. Mit dem Spruch der Krieg ernährt den Krieg zog sich ein gefräsige Raupe – ein Tross aus abertausenden Soldaten – durch das Land. Ein Glaubenskrieg, der in Wahrheit – wie jeder Krieg – ein Machtspiel war. Es ging um die Vorherrschaft der katholisch dominierten Fürsten gegen die evanglischen Fürsten.

Oberflächlich war es die Religion, doch es ging auch um Teilhabe und Recht der evanglischen Fürsten. Der Dreißigjährige Krieg ging von 1618 bis 1648. Angesichts der schieren Ähnlichkeit von islamischen und christlichen Glauben, könnte man doch einen Vergleich ziehen. Die islamische Zeitrechnung beginnt 622, daher ist der Islam jetzt im 13. Jahrhundert. Wenn man noch die Kommunikationsgeschwindigkeit der heutigen Zeit im vergleich zum Mittelalter hinzunimmt, kann es doch sein, dass schon 350 Jahre früher passiert wäre. Ich möchte gewiss nicht ausdrücken, dass ich glaube das Christentum wäre damit fortschrittlicher – oh nein! Fortschrittlich wäre wohl das Ende der Religionen, hin zu einer spirituellen Freiheit, fern von Konfessionen. Außerdem müsste man ja das Mittelalter abziehen 😀

Die vielen Gemeinsamkeiten der Religionen sind aber wirklich beachtlich. Angefangen damit, dass sie im Prinzip denselben Gott anbeten, nur den einen alleinigen Gott haben bis zu den Spitzfinigkeiten: Man darf sich kein Bild von Gott machen oder Zinsen erheben – ja, das ist auch in der Bibel drin, auch wenn der Vatikan das anders interpretiert.

Ich weiß, der Vergleich hinkt etwas, was die Zeit angeht, aber die Vorstellung liegt doch nahe. Aber was wenn, wird sich der Dreißigjährige Krieg in dem ohnehin schon zerstörten Irak und Syrien wiederholen? Wird der Iran die Rolle des Schwedenkönigs Gustav einnehmen? Ist die ISIS Wallenstein? Das passt alles nicht so recht, denn es ist ja jetzt schon kein Krieg auf dem Schlachtfeld mehr. Der unterlegene wird sich nicht im Feld stellen, er wird zum Partisanen oder, je nach Definition, zum Terroristen.

3. Juli 2014 in Politik & Medien, Story-Kommentar

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