Kriegslüstern geworden? Gedanken zur momentanen Lage

Ich bin gewiss kein Pazifist und möchte mich dabei nicht in den Schatten von Sigmar Gabriel stellen, jedoch geht die Aufmerksamkeit in letzter Zeit vermehrt die Richtung der Kriegsfreunde.

Ich bin nicht für den Austritt aus der NATO, die Geschichte hat gezeigt, dass vereinte Kräfte stärker sind, als jeder für sich und dabei muss ich nicht erst auf den attischen Bund weisen. Aber auch da gab es Komplikationen, die Athener waren führend in diesem Bund und haben diese Macht gut ausgekostet und sich entlohnen lassen.

NATO Logo

Mit dem neuesten Beschluss verlangt die NATO für die Mitgliedschaft zwei Prozent des Bruttoinlandprodukts. Wow – das ist einiges. Gut, man könnte sagen, die neuen Waffensysteme sind teuer – das waren sie schon immer. Was mich aber wirklich stört, ist der Hintergrund vor dem man diese Re-NATOisierung betreibt.

Juhu, freut sich die NATO – endlich haben wir wieder einen Feind und damit auch wieder ein Ziel – es geht ja schließlich um Einfluss und Geld. Ohne Feind kein Verteidigungsbündnis und man suchte ja schon andere Ziele, wie den Nachschub unserer Ressourcen zu schützen – also außerhalb des NATO-Gebietes… Das war schon ein schräges Stück für ein Verteidigungsbündnis, aber das braucht man jetzt ja nicht mehr – die Finanzierung der NATO ist gesichert. Wäre es nicht so lächerlich und ekelhaft, könnte man ja vermuten, dass das abgesprochen war.

Während Putin den Aufstand macht und die Ukraine destabilisiert – und wie es aussieht mit Erfolg, ist der Westen machtlos. Nicht nur der Russland-NATO Vertrag, sondern weil es gar keine militärische Option gibt, wie man sagt. Dennoch rüstet man auf. Ja, auch ich sehe die oftmals abgetane Verbindung zum Kalten Krieg, aber auch damals waren die Sowjets nicht das „Reich des Bösen“, wie Ronald Reagan mal sagte. Man hatte tatsächlich anfänglich gar keine Angriffspläne, nur Verteidigungspläne – die NATO hingegen hatte reichlich Eroberungspläne. Aber das ist Schnee von gestern, denn auch die Akteuere haben sich geändert.

Putin führt eine Hybridkrieg, er greift offiziell nicht ein und stabilisiert den Nachbarn Ukraine durch die Unterstützung von ihm freundlichgesinnten Truppen. Die Krim ist für die Ukraine verloren und daran wird sich wohl zu Putins Lebzeiten nichts mehr ändern.

Die USA und die EU tragen aber eine gewisse Mitschuld an der anfänglichen Eskalation. Die EU hat die Ukraine aufgefordert zu wählen: Ost oder Westwendung. Klar, der damalige Herrscher war ein russlandfreundlicher Welcher. Und die USA haben Russland als Regionalmacht bezeichnet.

Welcher Weg führt nun raus aus der Krise? Der gedemütigte Putin will nun Nova Russia etablieren? Niemand weiß auf was der Typ im Hinterkopf abzielt. Im Nachinein könnte man das aber schon meinen. Ist ein Vergleich mit Hitler treffend? Ich weiß es nicht und auch das wird sich wohl erst im Nachhinein messen lassen.

Aber von der Gegenseitigen Aufrüstung hat doch nur die Waffenindustrie etwas und die laufen ja gerade bei Sigmar Gabriel Sturm. Er sagt zwar, man werde aus Arbeitsplatzgründen keine Waffen liefern lassen, aber man kann sie auch selbst kaufen und die alten ausliefern. So bekommt doch jeder was er will, oder?

Warum klappt das denn auch alles so gut? Weil wir und die Medien unsere Aufmerksamkeit auf die Kriegstreiber richten, die, die laut sind und je öfter und länger man denen zuhört, desto mehr wird man dem Gedanken erfüllt – man muss etwas tun, egal was und wenn es einen Haufen Geld kostet! Egal, es gilt ja wieder einmal soetwas wie den Terrorismus, das Böse selbst zu bekämpfen. Da will man Truppen an die Grenze schicken lassen… Man wird ein bisschen Kriegslüstern.

Aber nichts ist wirklich Böse, diese christliche Vorstellung ist aber in uns verankert.. Schwarz-Weiß so denken wir – und klappt doch gut oder? Wann gab es denn im christlichen Europa schonmal Krieg?!

5. September 2014 in Politik & Medien, Story-Kommentar

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One Response to Kriegslüstern geworden? Gedanken zur momentanen Lage

  1. mike 7. September 2014 at 12:27 #

    Es wird wohl bald eine Ost und Westukraine geben… Besser is, dass Ukraine kein Nato Mitglied ist

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