Mehrwert: Daten & Apps

Das neue Abkommen über den Datentransfer mit den USA und die Verbreitung von Apps und neue Appfeatures.

Der Datenschutz ist derzeit mehr gefährdet, als so mach eine oder manch einer denken mag. Doch gerade die Jüngeren gehen mit ihren Daten sehr fatalistisch um – ist doch egal, ich hab nichts zu verbergen. Doch darum geht es gar nicht.

Demonstrierende Menschen

Dass die Daten interessant sind, weiß man nicht erst seit Google und dem NSA Skandal. Daten sind pures Geld. Und um da ran zukommen, hat man sich so einiges einfallen lassen. Es ist halt genau so, als würde man in den Supermarkt gehen. Es ist ja nicht so, als wäre das von vorne herein alles tutti, was man kaufen kann. Wenn man sich gesund ernähren will, muss man mit Bedacht die Produkte wählen. Wenn man seine Daten nicht preisgeben möchte, muss man auch im Internet oder mit dem Smartphone (wobei es heute eigentlich keinen Unterschied mehr macht) mit Sorgfalt vorgehen.

Es ist der Mehrwert, den man verspricht, um an die Daten zu kommen. Dabei ist das Grundprinzip ähnlich dem Vorgehen von Phishing Mails und dererlei mehr. Man stellt einen Mehrwert in Aussicht. Inzwischen glaubt ja niemand mehr an den vermeintlich nigeranischen Thronfolger oder das Erbe eines unbekannten Verwandten. Der Mehrwert bei den legalen Prozessen liegt in Spiel und Spaß .

Vermutlich ist die neue App Pokemon Go auch in die entlegensten Winkel vorgedrungen. Nintendo macht auch ordentlich Gewinn mit der Spiel-App, nicht nur an der Börse. Es ist auch das Micro-Merchandising und die Daten. Mit den Daten lässt sich alles nachvollziehen, wo man genau ist, teils – welche Vorlieben man hat und wem hat man das Spiel empfohlen hat. Es entsteht ein recht klares Bild vom User des Spiels. Nicht dramatisch?

Mit dem neuen Abkommen zum Datenschutz, Privacy Shield, verhält es sich wie mit dem alten sogenannten Safe Harbour Abkommen – das alles andere als sicher für die zu Schützenden war. Die Neuauflage enthält zwar Beschwerdemöglichkeiten, aber was wird das die NSA interessieren. Das landet alles in Ablage P mit dem Verweis, dass die Beschwerde grundlos sei. Ob die NSA die Daten bekommt, sei die Frage – die für mich nicht besteht. Ich will Dir hier nichts vormachen, auch ich auch lebe davon – denn die Werbung, die hier geklickt wird ist mein täglich Brot. Die Daten werden Google ausgewertet, um Dir bessere Werbung einzublenden.

Aber die Daten enden bei den neuen Features nicht nur bei der Fähigkeit zu wissen wo man ist,. Nein, es gibt die Chatprogramme mit den lustigen Features, womit man sein Gesicht verzieren oder ändern kann. Das Feature ist schwer im Kommen. Die Informationen die man hier weitergibt enthalten biometrische Daten des Gesichts. Diese Daten ermöglicht es mit Bildverarbeitungssystemen und Kameras Dich wieder zu erkennen – aus einer Masse von Leuten, wenn nötig. Die Technik ist vielleicht noch nicht perfekt, aber das wird m.E. nicht mehr lange dauern.

In China sind Polizeifahrzeuge mit solchen Gesichtserkennungssystemen ausgestattet. Damit können die Polizeiwägen selbst bei Geschwindigkeiten von über 100 km/h Menschen exakt erkennen. Auch in Deutschland, vor allem seit der Silvesternacht, fordert man solche Systeme.

Vielleicht hast Du nichts zu verstecken, aber jemand anders. Mit den Daten kann ich Deine Identität an einem Tatort hinterlassen oder denken wir an die NSA. Wenn die Dich auf dem Kiecker haben – warum auch immer – was meinst Du wie schnell die Dich finden. Es gibt immer mehr Kameras im öffentlichen Raum und deren Daten zu bekommen ist vermutlich nicht allzu schwer. Eine Überwachung, als würde eine Drohne neben Dir fliegen. Bist Du politisch engagiert – mit Kameras findet man schnell heraus, auf welchen Demos Du warst.

Zu düster gemalt? Was wenn diese Strategie mit kriminellen Energie versorgt wird. Wo man Geld machen kann – und Daten sind ja bekannterweise pures Geld wert – wird es Leute geben, die versuchen illegal ran zu kommen. Sei es eine Erbschaft, ein politischer Gegner oder was auch immer: Die Daten bezüglich der Allergie geändert und schwups – eine Reaktion mit tödlichem Ausgang. Daran war niemand schuld, es war ein Versehen. Ein Datenfehler – so etwas kommt vor. Gesundheitsdaten werden vermutlich noch viel heftigere Ausschläge in der Gesellschaft hinterlassen. Und wer versichert dann diejenigen, die z. B: erbliche Krankheiten haben? Doch das Thema könnte eine ganze Bibliothek füllen.

Es gibt zig Gründe die Daten zu schützen und es gibt verdammt wichtige Gründe, warum der Datenschutz im Grundgesetz verankert ist. Auch das sind Lehren aus dem Dritten Reich.

15. Juli 2016 in Story-Kommentar, Technik & Internet

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