Merkel, Flüchtlinge & die leeren Dörfer

Zu der derzeitigen Diskussion über die Flüchtlinge in Deutschland, steht die Kanzlerin unter Beschuss. Und eine Option als mögliche Teillösung zur Unterbringung. 

Ich bin ja nun kein Befürworter der Kanzlerin Angela Merkel und habe sie schon des Öfteren kritisiert. Aber ich muss sie auch mal loben – ihre Aufnahme der Flüchtlinge war die richtige Entscheidung. Auch wenn sie, wie ich glaube, das – wie alle ihre Handlungen – aus machtpolitischen Gründen motiviert war.

Obdachlose Fluechtlinge

Derzeit erhält die Kanzlerin ja nicht nur von ihrer rechtsaußen Schwester, der CSU, Gegenwind, sondern auch von der eigenen Partei, der CDU. Sogar manche SPD Akteure sind inzwischen auf den rechten Zug aufgesprungen. Vor allem aber dürfte sie die Kritik aus der CDU stören, denn sie ist ja bekanntlich deren Chefin. Hierzu passt, wie ich finde, der Spruch von Adorno recht gut: „Es gibt kein richtiges Leben im falschen.“ (Minima Moralia)

Allerdings muss man auch immer dazu sagen, dass die nun angestrebte Quote von Deutschland jahrelang abgelehnt wurde – mit dem Verweis auf Dubliner Verträge. Ja, Moral ist eben betroffenheitsabhängig.

Jetzt versucht die Regierung ja wieder etwas zurück zu rudern. So etwas beginnt traditionsgemäß mit der Einführung einer neuen Vokabel. Dieses Mal ist es „schutzbedürftig“. Man redet nicht mehr von Flüchtlingen, weil das ja auch Wirtschaftsflüchtlinge umfasst. Davon abzugrenzen sind die Schutzbedürftigen.

Diese Konzentration auf die Wirtschaftsbrille in Deutschland ist schon sehr irritierend, wenn man immer von Humanität redet. Es fehlt bei vielen Aussagen nur der Nebensatz, so lange es zu unserem wirtschaftlichen Vorteil ist.

Abschließend zu dieser Momentaufnahme noch eine Idee zur Unterbringung. Wo man doch nun über alles offen reden darf – es gibt ganze Dörfer in Bayern oder in Mecklenburg-Vorpommern, die leer stehen. Dörfer, wo nur noch wenige Menschen leben. Als die Hugenotten aus Frankreich nach Preußen kamen, überließ man ihnen Land, wo sie siedeln durften. Gut das sollte man jetzt natürlich nicht machen, jedoch könnte man mit den Menschen diese Dörfer wieder beleben. Die Infrastruktur würde erhöht werden und die Investitionen merzen die Lücken aus. Für diese Menschen wäre es doch erst mal ein Vorteil aus einer Turnhalle rauszukommen.

Das Problem dabei, wäre die Gefahr einer Parallelgesellschaft. Doch wenn dort wieder Kunden sind, siedeln sich doch auch wieder Geschäfte an. Es könnte doch auch dann wieder ein Zuzug geben, nicht nur von Menschen aus Syrien oder anderen Fluchtgebieten.

Derzeit reden doch auch alle davon, dass die Flüchtlinge uns wirtschaftlich beflügeln, wenn sie arbeiten und Steuern zahlen. Notfalls könnten diese Leute doch auch eine Zusatzsteuer zahlen, sobald sie gut genug verdienen. Schließlich müsste man auch sein Lösegeld zahlen, wenn man im Ausland entführt wird. Allerdings wäre dies vielleicht nur ernsthaft zu verlangen, wenn man ihnen einen legalen Zugangsweg in die EU oder Deutschland eröffnen würde.

12. Oktober 2015 in Politik & Medien, Story-Kommentar

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