Osterhase & Eier | Das christliche Ostern

Was hat ein Hase und was haben Eier mit Ostern zu tun? Ja, genau – wegen den Heiden!

Das christliche Ostern hat, ähnlich dem christlichen Weihnachten, heidnische Elemente. Warum eigentlich und was hat der Hase mit Eiern und Ostern zu tun?

Eier

Als das Christentum das heidnische Europa eroberte, musste die Religion dem örtlichen Ritus angepasst werden und das alte Germanien (was nicht dem heutigen Deutschland entspricht) war der Ort des Geschehens. Das ist die kurze Antwort, aber von Vorne.

Das Christentum schwappte ja bekanntlich vom römischen Reich mit den Missionaren nach Europa. Mit Schwert und Zwang missionierte man die Bevölkerungen, respektive deren Anführer und der Rest folgte nach und nach.

Die Religion der Einheimischen im nördlichen Europa basierte auf dem Glauben an Wodan oder Odin, je nach Region. Das Prinzip war immer gleich und heute finden sich viele Elemente davon beispielsweise im Buch/Film „Herr der Ringe“. In dieser Religion waren die Bäume heilig, siehe Weihnachten und andere Symbole waren die Eier und der Hase.

Im Frühjahr feierte diese ausgestorbene Kultur ein Fruchtbarkeitsfest, wie es in vielen Kulturen üblich war. Ostern ist ja bekanntlich das Fest, an dem man die Auferstehung Jesu feiert – das wichtigste Fest der Christen. Wiedergeburt und Auferstehung sind nahestehende Elemente, so konnte man die Heiden überzeugen. Heiden heißen sie deswegen, weil sie waldfreie Haine als heilig betrachteten und so traf man sie dort auch des Öfteren an.

Zum heidnischen Fruchtbarkeitsfest gehörten die Eier als Symbol der Fruchtbarkeit, so auch der Hase, dessen männliche Version nicht ohne Grund „Rammler“ heißt. Sexualität und Fruchtbarkeit gehören zusammen, auch wenn das bei einigen Christen „Bauchweh“ verursacht; den Heiden leuchtete es wohl ein. Damals war das Christentum aber noch nicht so verhärtet und dogmatisch, wie es sich heute als „schon immer so war“ darstellt.

Damit sie also die Transformation vom Heidentum, zum Christentum besser überwinden können, nahm man einfach einige Elemente mit. Es war sozusagen ein Gleitmittel, das aber über die Jahrhunderte zum festen Bestandteil des Festrituals wurde. Vielleicht eher bei der Bevölkerung als in der Kirche. Ähnlich des Sprachwandels im Englischen, lebt der Ritus eher in der Bevölkerung weiter, als in der „hohen Gesellschaft“. Daher gesehen könnten die Symbole auch ohne kirchliches Zutun aus Transformationsgründen mitgenommen worden sein. Über die Generationen hinweg wurden sie verchristlicht.

Die Idee die Transformation zu erleichtern ist aber auch typisch für das römische Imperium. Die damals eroberten Gebiete musste auch regiert werden, weswegen man einige Elemente übernahm. Das betraf auch technische Errungenschaften, wie Waffen.

Der Pax Romana sicherte den eroberten Gebieten eine kulturelle Eigenständigkeit zu. Man durfte in der Antike als römsiche Provinz seine Götter behalten und wo es ging, hat man sie mit den römischen Göttern identifiziert -als Transformationshilfe. So entstanden Götter, deren Ursprungsnamen einen Beinamen erhielten, die dem römischen Pendant entsprachen. So wurde beispielsweise aus der keltischen Heilungsgöttin Sirona, die keltorömische Sirona-Apollo und Grannus (mit lateinischer Endung!) wurde zur Vereinheitlichung hinzugefügt – ebenfalls ein keltischer Gott der Heilkünste: Sirona Apollo Grannus,

Da dies im Christentum mit dem Blick auf den Monotheismus nicht möglich war, fand man andere Elemente, die die Transformation zum Christentum erleichterten: Bäume, Eier, Tiere. So ist auch der bekannte Hubertus Hirsch, einst eine keltische Gottheit: Cernunnos gewesen. Heute prägt sein Geweih ein leuchtendes Kreuz – eine Epiphanie (Gotteserscheinung)- genau wie in der Legende der Kelten, nur ohne das Kreuz selbstverständlich. Die keltische und die germanische Kultur ähnelten sich in vielerlei Hinsicht, doch als das Christentum nach Norden vordrang, gab es keine keltische Kultur mehr. Die Römer hatten die Gebiete erobert und danach die Germanen.

Obwohl man ja nur von einem quasi-Monotheismus reden muss, denn so viele Heilige wie das Christentum hat, die ebenfalls angebetet werden und zu Schutzpatronen wurden, hat sich in diesem Punkt nur wenig geändert. Vielleicht sind die Menschen einfach glücklicher mit mehreren Göttern.

Und was das Christentum für die Menschen in Europa bereithielt ist ja ebenfalls bekannt, das finstere Mittelalter. Woran wir bis heute bezahlen! Ein Skandal sondergleichen, wie ich finde.

31. März 2015 in Kultur & Zuhause, Story-Kommentar

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