Wiedergutmachung aus dem Mittelalter an die Kirche aus Steuergelder

Weißt Du, dass Deutschland noch Widergutmachung an die Kirche zahlt wegen der Säkularisierung? Die Adeligen wohnen immernoch in Schlössern, aber die Goldpfandbriefe der Bevölkerung sind ungültig! Rechtsnachfolge und die Doppelmoral!

Also da geht mir echt der Hut hoch- ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Das war mir neu, aber es ist doch ein Zeugnis, dass die Deutschen mit ihrer Vergangenheit mit einer Doppelmoral vorgehen. Damit meine ich gar nicht die NS-Zeit – nein! Diese Story beginnt im Mittelalter!

Mittelalterliche Burg

Um sich das besser vorzustellen, beleuchten wir mal das finstere Mittelalter. Es beginnt – je nach Definition – zwischen dem 5. und 6. Jahrhundert und wird Europa ca. 1.000 Jahre im Griff halten. Es entwickelte sich bis zum Hochmittelalter ein vererbter Adelstitel – sie waren die Herrscher des Mittelalters – vom Ritter bis zum König. Neben dem Adel gab es noch den Klerus und die Bauersfamilien; die Drei-Stände-Gesellschaft.

Die ganze Arbeit verrichteten die Bauern, der Adel herrschte nur und trieb Steuern ein. Die Bauern waren Leibeigene, oder wie man heute sagen würde: Sklaven. Sie hatten keine Rechte und wurden von der Kirche, als auch von den Fürsten bedrängt und ausgebeutet. Der so verehrte Barock der Kirchen, ist durch noch mehr Steuern und Belastungen für die Bauern entstanden – sie haben also die Kirchen bezahlt. Das Gelände haben die sich unter den Nagel gerissen oder schenken lassen… Zumeist ließ man dort Kirchen erbauen, wo zuvor heilige Plätze der Heiden waren und wenn das nicht reichte hat man den Heiden mit dem Schwert bekehrt! Ein sicherlich legitimes Vorgehen.

Barockes Zimmer auf Kosten der Bauern

Im 16. Jahrhundert, mit der Übersetzung der Bibel ins Deutsche, stellte sich heraus: Der Adel ist gar nicht von Gottes Gnaden eingesetzt und nirgends in der Bibel steht das Recht der Fürsten über die Bauernschaft zu herrschen. Es kam zu Aufständen der armen Bauern mit Mistgabeln und Fakeln, gegen ausgebildete Söldner. Rate mal, wer da gewonnen hat?! Die Bauernkriege sollten blutig und brutal für die Bauern enden. Die Adeligen wurden dafür reichlich entlohnt, mit zumeist Landbesitz. Naja das Land war ja jetzt eh „nicht mehr bewohnt“, ohne den männlichen Bauern.

Aus Tradition und Langeweile führten die Adeligen immer wieder Kriege und darunter litt die Bevölkerung, also die Bauern, die von dem Krieg noch nie was hatte – das hat sich bis heute nicht geändert.  So entstanden die Territorien, die den Flickenteppich aus Ländereien darstellt, den man bis ins Heilige Römische Reich Deutscher Nationen hatte.

Diese Ländereien waren nie legitim erworben worden, die Leute auf den Gebieten hatten ja eh nicht s zu sagen. Und die Herrschaft des Adels basierte auf eine arglistigen Täuschung: Gott hätte sie ausgewählt. Und die Bibel war bis zum 16. Jahrhunder ja lateinisch, was die Bevölkerung – wenn sie denn lesen konnte – nicht verstand.

Der Adel schenkte seinen Besitz nicht selten den Kirchen, um deren Seelenheils Willen. Er lebte von den Steuern und herrschte gegenüber der Bevölkerung mit bloßer Willkür. Die Bauern verrichteten das operative Geschäft und machten den Gewinn, den der Adel für Repräsentation, wie Burgen etc ausgab. Okay, man muss dazusagen, dass der Adel auch Richter war, so konnte man von einem Burgfrieden reden. Aber sehr teuer erkauft und basierend auf Unterdrückung.

Dann, im 19. Jahrhundert kam die Aufklärung und vor allem Napoleon über Deutschland. Neben dem dadurch erwachsenen Nationalgefühl, kam auch die sogenannte Säkularisation – die Verweltlichung. Die Klöster wurden enteignet und größtenteils aufgelöst. Sie hatten beträchtliche Ländereien über das Mittelalter hinweg zusammengesammelt. Die Nutznießer dieser Säkularisierung waren die einzelnen Fürsten und Grafen. Denn wenn sie mit Napoleon zusammen arbeiteten, vergrößerten sich ihre Gebiete. Der Fürst von Württemberg war plötzlich König und bekam die Länderein der Kirche. Der Graf Baden wurde zum Fürsten ernannt und der Fürst von Bayern wurde König. Diese Gebiete sind bis heute vorhanden. Alle erhielten eine Beförderung und die Ländereien, die man heute als Bundesländer kennt.

Und was hat das mit der BRD zu tun?

Heute leben wir in der Bundesrepublik Deutschland. Alle Verpflichtung aus dem Mittelalter, dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nationen, der Weimarer Republik und des Nazi-Horrors, hat die BRD übernommen. Und da es eine Enteigung der Kirche war, was Napoleon 1803 bis 1806 durchsetze – zahlt DIE BRD BIS HEUTE AN DIE KATHOLISCHE KIRCHE EINE ENTSCHÄDIGUNG!!! Das ist kein Scherz!

Okay, okay – wir übernehmen also die Verpflichtungen, den der Adel verursacht hat. Der Adel hingegen hat bis heute große Ländereien und seine Schlösser behalten dürfen. So mancher „Herr von“ lebt von dem Land und zwar nicht schlecht. Das Land, dass ihnen durch das Mittelalter Teil wurde. Sie wohnen auch oftmals noch in ihren Schlössern. Achso ja, das ist die Fortführung des legitimen Mittelalters?

Wie kamen die Kirchen und die Fürsten an ihre Besitztümer? Ausbeutung der rechtlosen Bevölkerung und eine Aufteilung untereinander? Das war doch nicht legitim? Nach deutschem Recht, darf man kein Eigentum an gestohlenen Waren erlangen!  Die Herrschaft des Adels basiert auf einer arglistigen Täuschung, was eine Straftat darstellt und jeden daraus erwachsenen Vertrag anfechtbar macht!

Aber jetzt kommt die Doppelmoral an der Sache: Nach dem ersten Weltkrieg war Deutschland ja bekanntlich Pleite. Also lieh man sich bei Bevbölkerung Geld, in Form von Goldpfandbriefen. Auch meine Ur-Oma hatte ihr gesamtes Erspartes darin angelegt – Gold eine Krisenwährung – nicht wahr?

Diese Verträge, die damals mit dem Deutschen Reich geschlossen wurden, sind heute nicht mehr gültig. Ähm, wie bitte? Deutschland ist doch der Rechtsnachfolger, oder? Ja, aber da gilt es nicht. Aber wir zahlen der katholischen Kirche bis heute – aus einer Zeit , die nochlänger zurückliegt als die Weimarer Republik – eine Entschädigung? Der Betrag ist beachtlich: 15.315.002.000 Euro, seit Gründung der Bundesrepublik. Deutschland zahlt neben der evangelischen Kirche, an die reichste Insitution der Welt – den Vatikan – eine Entschädigung? Ja, leck mich doch fett!

Ich sage: Stoppt diese Zahlungen! Oder erkennt auch den Goldpfandbrief meiner Ur-Oma an! Allein 2013 zahlten die Länder den beiden Kirchen dafür 481 Millionen Euro. Das Geld könnte man besser bei dem unterbezahlten Pflegepersonal, zum Abbau von Überstunden der Polizei oder dem Ausbau der Infrastruktur nutzen! Oder ordentliche Flüchtlingsuntrekünfte bauen. Oder oder oder

Mehr Infos über diesen Skandal.

15. Januar 2015 in Politik & Medien, Story-Kommentar

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2 Responses to Wiedergutmachung aus dem Mittelalter an die Kirche aus Steuergelder

  1. sarah 29. Januar 2015 at 18:03 #

    Nach all den Jahren? So viel Geld? Das ist echt ein Skandal! „Geteilt“

  2. der King mann 9. April 2015 at 18:26 #

    Die Kirchen sollten an die Gemeinschaft Miete für ihre Kirchen zahlen! Wie du schon richtig schreibst, haben das schließlich die Leibeigenschaft und Bauern mit ihren Zwangsabgaben bezahlt…

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