Sonnenobservatorium Goseck

Das Sonnenobservatorium Goseck ist kein High-Tech Bereich, sondern eine steinzeitliche Anlage zur Bestimmung der Kalendertage.

Wer am Wochenende derzeit nach den Persiiden sucht, hofft auf einen freien Blick ohne Wolken. Und die Suche im Himmel nach Regelmäßigkeiten, wie die Persiiden im August, veranstalteten die Menschen schon in der Steinzeit.

Sonnenobservatorium Goseck

Das Sonnenoberservatorium in Goseck in Sachsen-Anhalt ist ein sichtbarer Beweis dessen. Die Anlage, die etwa 7.000 Jahre alt ist, stand schon vor den bekannten Steinsammlungen in Großbritannien – genannt Stone Henge. Die Anlage wurde im Original wiedererrichtet und verfügt über zwei runde Palisaden, samt eines Grabens. Daher nennt man es auch eine Kreisgrabenanlage. Der Durchmesser beträgt 71 Meter und bei der Rekonstruktion hat man 1.675 Eichenstämme verwendet.

Die in Goseck ist weltweit das älteste Modell der Himmelsbeobachtung der Menschen. Die bäuerliche Gesellschaft in der Jungsteinzeit (also vor etwa 7.000 Jahren) baute die Anlage, um den Kalender zu bestimmen. Später nutzte man dafür die wenig entfernte Himmelsscheibe von Nebra. Doch in der Steinzeit bediente man sich der Sonnenstände.

Aussparung zur Tagdefinition Sonnenoberservatorium Goseck

Dort wo die Sonne an einem bestimmten Tag aufging, fehlen Bretter in der Palisadenwand des Sonnenobservatoriums. So beispielsweise am 1. Mai – ein wichtiger Tag, der auch bei den Kelten als Cetsamuin (der erste sommerliche Tag) noch von Interesse war. In der Steinzeit war es wohl der Tag des alljährlichen Frühlingsfestes. Derart kann man auch die Tage des 21. Dezembers, der Tag der Wintersonnenwende, oder des 21. Juni zur Sommersonnenwende, ablesen.

Die Anlage wurde über zwei Jahrtausende hinweg genutzt und eine in der Nähe gefundene Siedlung war wohl der Ort der Leute, die es erbaut haben. Die Funde der Ausgrabungen zeigten, dass der Ort von ritueller und religiöser Bedeutung war. Offenbar wurden dort vor allem Rinder, aber auch Menschen geopfert. Heute ist das Sonnenobservatorium Teil eines Wanderwegs der „Die Himmelswege“ heißt und die regionalen Sehenswürdigkeiten verbindet.

Wo befindet sich das Sonnenobservatorium von Goseck

Das dafür zuständige Museum befindet sich im Übrigen im Schloss von Goseck.

  • Pflaumenweg
  • 06667 Goseck
  • Homepage
  • GPS: 51.198252, 11.864611

14. August 2017 in Kultur & Zuhause, Technik & Internet

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