Sprache der konservativen Politik am Beispiel der Volksbühne Berlin

In Berlin wird derzeit das Theater „Volksbühne“ von den dort agierenden Kunstschaffenden besetzt. Die Konservativen wetzen ihre Worte…

Die Volksbühne wird bestreikt – und für diejenigen, die diesen Ort nicht kennen: Es ist ein Theater und auch Location für Clubs, zumindest war es das mal. Die Streikenden haben das Theater besetzt…

Gruen vor CDU Flagge

Eine Räumung fordern die Konservativen und die Neoliberalen, CDU und FDP, entsetzt und die Argumentation ist – wie auch bei manchen Sachen im Internet: Es würden rechtsfreie Räume geduldet. Das machte man auch schon in der Rigaer Straße (wo die linke Szene einen Sitz hat) was zu einer Eskalation führte, die bis heute Nachwirkungen hat.

Früher sagten die Konservativen, es würde Chaos herrschen und noch früher – vor allem der Quasifaschist Strauß: es wären anarchistischkommunistische Kräfte – er wußte vermutlich noch nicht mal was das bedeutet. Obgleich die Konservativen das ja schon beibeihalten haben, nur die Formulierung wurde geändert: „Wir haben das Linksbündnis verhindert“. Und ganz früher, „Ging ein Gespenst um“ – so der Beginn des Kommunistischen Manifests.

Denn davor haben die Konservativen Angst gesät und, wie immer, gänzlich ohne Argumentation – nur mit wagen Beschreibungen, die mit negativen Worten verklärt werden. Wie die „rechtsfreien Räume“.

In Wahrheit ist es eine Demonstration und ein Streik. Ja auch dieses Métier darf doch streiken oder? Ihre Forderungen mögen einige nicht verstehen – das ändert ja aber erstmal nichts daran, dass es ihr rechtsstaatliches Recht ist zu streiken. Haben die „Kumpel“ nicht auch Betriebe blockiert, die sie bestreikt haben? Zudem ist es eine Solidarität mit der Clubszene und den Mietenden Berlins – alle haben dasselbe Problem: Keine Räumlichkeiten.

Die Konservativen werfen Begriffe in den Raum, die auf den ersten Blick einleuchtend klingen, weil man sie mit den eigenen Vorurteilen kombinieren kann. Tatsächlich aber gibt es kein Argument – mal wieder… Und diese Begriffe werden dann beliebig oft bei verschiedenen Anlässen wiederholt, denn die Wiederholung verstärkt es. Je öfter ich höre, das sind rechtsfreie Räume, desto mehr glaube ich es. So war es schon mit Nazis und der negativen Konnotation der jüdischen Bevölkerung – es wurde so oft wiederholt, bis es immer mehr geglaubt haben.

Damit wird die Wahrheit so verzerrt, dass die Leute ohne groß nachzudenken zustimmen können. Denn die meisten Leute sind nach der Arbeit einfach zu erschöpft, um sich darüber noch Gedanken zu machen. Und jetzt haben sie ein paar wieder dran gekriegt…

27. September 2017 in Politik & Medien, Story-Kommentar

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