Staat ist Gott

Diese These ist nichtmal von mir, aber ich empfinde sie durchaus erzählenswert: Der Staat ersetzt den Gott seit der Aufklärung.

Gott sagte Dir wer Du bist, welche Stellung Du in der Gesellschaft einnimmst und was Du zu entrichten hast, damit Deine Sünden gebüßt sind. Wo ist der Unterschied zum heutigen Staat?

Der Staat sagt Dir welche Position Du einnimmst, Du durchläufst ein Schulungssystem und durch den Staat festgelegte Kriterien, landet man in der einen oder anderen Ecke. Es ist quasi Schicksal. Klar, man hat die Freiheit, aber zu was? Schon im Mittelalter konnte es auch ein bürgerlicher Kaufmann zu etwas bringen, das ist heute ebenso möglich. Wo ist der Unterschied.

Du bekommst einen Namen, ja von den Eltern, aber der Name muss auch staatlich abgesichert sein; man kann sein Kind nicht einfach bennennen, wie es einem passt! Der Name, beispielsweise, muss geschlechtlich zuordnungsfähig sein.

Max Stirner | Staat ersetzt Gott

Die These stammt von einem Philosophen, der eine größere Rezeption erfahren sollte, als er tut: Max Stirner. Er wird zu den Anarchisten gezählt und schreibt einen schönen Satz dazu in seinem Werk „Der Einzige und sein Eigentum“ – das dem Prinzip folgt: „All Euer Tun, all euer handeln, ist verheimlichter und verdeckter Egoismus.“ – zum Thema Staat und Gott:

„Der humane Liberalismus macht [die Individuen (Anm. d. Red.)] gottlos, atheistisch. […] Nun ist zwar die Herrenlosigkeit zugleich Dienslosigkeit, Besitzlosigkeit zugleich Sorglosigkeit und Gootlosigkeit zugleich Vorurteilslosigkeit, denn [..] mit dem [Ende des (Anm. d. Red.)] festgewurztelten Gott das [entfällt das (Anm. d. Red.)] Vorurteil, da aber der Herr als Staat wieder aufersteht, so erscheint der Diener als Untertan wieder [..] und da der Gott als Mensch zum Vorurteil wird, so ersteht ein neuer Glaube, der Glaube an die Menschheit oder Freiheit. […] Zugleich aber ist dies der „wahre Gott“, weil er uns völlig adäquat, namlich unser eigenes „Selbst“ ist: wir selbst, aber von uns getrennt und über uns erhaben. (Seite 154f.)

19. April 2013 in Politik & Medien

,

No comments yet.

Schreibe einen Kommentar