Syrien: Erster postmoderner Stellvertreterkrieg

Die Situation ist ja bekannt: Syrien befindet sich im Bürgerkrieg und der Westen würde gerne eingreifen – militärisch versteht sich – und die zwei Staaten, die auch ständige Mitglieder im UN Sicherheitsrat: Russland und China, halten dagegen.

Schon seit bekannt wurde, dass die Deutsche Marine mit Spionageschiffen vor der Küste von Syrien patroullieren, wurde klar, hier geht es um mehr als Syrien. Die Informationen gehen an die Geheimdienste (oder Dienst) der USA. Jetzt da Barack Obama nun ganz offen mit einem militärischen Eingriff drohte, sollten chemische oder biologische Waffen auch nur bewegt werden, zeigt von der Ernst.

Syrien | Ein strategisch wichtiges Land zwischen Ost und West

Syrien liegt strategisch doch sehr interessant und wenn es ein neues Regime gibt, wollen alle mitmischen. Die Russen und Chinesen setzen eben auf das alte, vermutlich weil man bisher schon gute Geschäfte miteinander gemacht hat. Das Vorgehen ist weder neu, noch nur auf Russland und China zutreffend. Die USA machen ähnliches am Laufenden Band, wie in Chile beispielsweise.

Die Russen und Chinesen geben vor, am internationalen Recht festzuhalten. Demnach dürfe man sich in innere Angelegenheiten souveräner Staaten nicht einmischen. Die USA unterstützen, wenn auch nicht mit Waffen, sondern mit Informationen, die Aufständischen. Die Bestände der syrischen Armee sind aus russischen, respektive sowjetischen Beständen. Die USA wiederum pochen auf die Einhaltung der Menschenrechte und man müsse doch was tun.

Syriens Krieg: Ein Stellvertreterkrieg?

Doch was sind deren wahren Interessen in Syrien? Am Nahen Osten? Denn der Konflikt weitet sich ja inzwischen sogar auf den Libanon aus. Diese Konstellation erinnert mich sehr stark an die Zeit des Kalten Krieges. Es herrschte eine ähnliche Redeweise, alle bedienten sich der guten Vorsätze, welche ja bekanntlich das Wegpflaster auf dem Weg zur Hölle ausmachen.

Die Stellvertreter Kriege des Kalten Krieges zeichneten sich im Prinzip von derselben Rhetorik, derselben Vorgehensweise und derselben Drohungen aus. Die Fronten sind durch den Handel nicht sehr militärisch. Führt man deshalb Stellvertreter Kriege? Weil man einerseits nicht den offiziellen, lebenswichtigen Handel beeinflussen will? Und/oder andererseits, weil die besagten Staaten Atomwaffen haben?

[Bildrechte bei FreedomHouse2 via Flickr / CC]

26. August 2012 in Politik & Medien, Story-Kommentar

,

No comments yet.

Schreibe einen Kommentar