Tag der Befreiung als Gedenk- oder Feiertag

Der heutige 8. Mai ist der offizielle Tag des Ende des zweiten Weltkrieges in Europa und damit der Tag der Befreiung vom Faschismus.

Vor 70 Jahren ging der unsegliche Krieg zu Ende und nicht nur, aber auch für Deutschland hieß der Einmarsch der Aliierten nicht nur Kriegsende, sondern auch Befreiung vom Faschismus. Dafür bin ich noch heute all den Soldaten dankbar, die damals ihr Leben einsetzten – auch wenn sie auch so manche Greulichkeit mit sich brachten – nicht nur die sowjetischen Soldaten.

Sowjetisches Ehrendenkmal Berlin

Derzeit wird über die Erhebung des 8. Mai als Gedenktag diskutiert – spät, aber immer hin. Obwohl die Kämpfe schon Tage zuvor beendet wurden, wurde die bedingungslose Kapitulation erst heute vor 70 Jahren unterschrieben – das Ende des zweiten Weltkrieges, zumindest in Europa. In Asien ging der Kampf weiter.

Der Tag hat sicherlich das Zeug dazu ein Gedenktag zu sein. Schließlich ist es, genau wie die Wiedervereinigung ein wichtiger Tag unserer Republik. Daher plädiere ich für einen Feiertag und nicht nur einen Gedenktag. Es war der Tag Null, der Anfang und eben die Befreiung. Da es die Deutschen selbst ja nicht schafften, dieses Regime zu verhindern und die damaligen Alliierten unsere Vorfahren erst mal in die Steinzeit zurück bomben mussten.  Daher ist in unserer Verfassung auch ein Recht auf Widerstand formuliert – damit wir – die Menschen dieser Republik, der Souverän – ein Recht zur Abwehr solcher Politik haben. Dabei fragt sich jede Person sicherlich mal, wann man dieses Recht hat, denn es geht ja viel ab, was jenseits von Menschlichkeit ist – wie die EU Flüchtlingspolitik. Im Übrigen sollten wir an diesem Tag auch den Flüchtlingen gedenken, denn auch dieser Krieg hat Millionen Menschen ins Exil getrieben – so wie die Kriege es jetzt noch tun!

Warum man aber gerade von CDU Seite keinen Feiertag will, sondern nur einen Gedenktag, liegt vermutlich an der Nähe der Partei zur Wirtschaft. Ein Gedenktag ist kein gesetzlicher Feiertag und damit nicht frei. So wird dieser m.E. wichtige Tag an den Menschen vorbei gehen. Man hat nur Zeit sich Gedanken zu machen, wenn man nicht arbeitet!

Der Bundestag hat doch vier Türmchen, am 8. Mai könnte man doch die Flaggen der Alliierten hissen? Stellt sich die Frage, ob man dann die russische oder vielmehr die sowjetische Flagge hisst. Denn die Sowjetunion bestand ja nicht nur auch dem heutigen Russland, sondern auch Ukraine, Belarus, Litauen usw.

Gegen die Erhebung zum Feiertag wird die Wirtschaft protestieren und auf die sinkende Wirtschaftsleistung deuten! Und wie immer wird man das Ende der Welt und der deutschen Wirtschaft aufs Tapet werfen. Unter Helmut Kohl wurde wegen der Wirtschaft auch der Buß- und Bettag „entfeiertagt“.  Zum Wohl der Wirtschaft und was gut für die Wirtschaft ist, ist gut für Deutschland (ist gut für die CDU)! Oder wie man auch sagen könnte: „Wirtschaft befiehlt! Wir folgen!“. Dabei brauchen angesichts des Phänomen Burnout mehr Menschen Ruhe und Erholung oder schlicht Freizeit. Selbst die Menschen im Mittelalter hatten viel mehr Feiertag als wir heutzutage! Sollte nicht der Mensch im Zentrum einer Gesellschaft stehen?

Die vielen schönen Worte im Bundestag gehen den Menschen nicht so nah, wie wenn man einen Tag frei hat. Ich bin Selbstständig und hätte gar nichts davon, daher kann man mir auch nicht die Perspektive vorwerfen.

Schon die Wahl des 3. Oktober zum Feiertag habe ich nie verstanden, für mich und für diejenigen mit denen ich darüber gesprochen habe, ist der 9. November der eigentliche Feiertag – der Tag an dem die Mauer fiel. Doch ist dieses Datum vorbelastet, schließlich war der 9. November auch einmal die Reichs-Pogromnacht.

Das wichtigste Argument finde ich aber, ohne Zeit kann man nicht nachdenken – daher soll der 8. Mai ein Feiertag sein.

8. Mai 2015 in Kultur & Zuhause, Politik & Medien, Story-Kommentar

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