EINE WELT – EINE ZUKUNFT

Entwicklungspolitik vielfältig, lebendig, jung

  • In einer von Oxfam in Auftrag gegebenen Studie mit dem Titel “Aufbruch in ein neues Zeitalter”, die am Dienstag in Berlin veröffentlicht wurde, verweist die Nichtregierungsorganisation auf die dringende Notwendigkeit eines grundlegenden Wandels im globalen Nahrungsmittelsystem – hin zu einer zukunftsfähigen Landwirtschaft, einem neuen ökologischen Zeitalter und mehr Verteilungsgerechtigkeit bei Nahrungsmitteln. “Wir befinden uns auf Kollisionskurs mit dem ökologischen System. Unsere Art und Weise, zu produzieren und zu konsumieren, sprengt die ökologischen Grenzen unseres Planeten und treibt immer mehr Menschen in den Hunger”, erklärt Marita Wiggerthale, Agrarexpertin der Organisation.

    Der Studie zufolge könnten die Weltmarktpreise für Nahrungsmittel im Vergleich zu 2010, insbesondere unter Berücksichtigung des Klimawandels, bis zum Jahr 2030 um bis zu 180 Prozent steigen. “Wenn jetzt nicht umgehend und entschlossen das Ernährungssystem von Grund auf geändert wird, steigt die Zahl der hungernden Männer, Frauen und Kinder in den nächsten Jahrzehnten um hunderte Millionen”, warnt Wiggerthale. “Die Regierungen haben viel zu lange die Interessen von Konzernen und mächtigen Eliten über die Bedürfnisse von uns sieben Milliarden Menschen gestellt, die die Nahrungsmittel produzieren und konsumieren. Oxfam fordert die G20-Staats- und Regierungschefs auf, den dringend notwendigen Startschuss für den Aufbruch in ein neues Ernährungszeitalter zu geben.

    Oxfams Forderungen:

    • G-20: Die Staats- und Regierungschefs müssen die extremen Preissprünge reduzieren, indem sie die Transparenz auf den Agrar- und Warenterminmärkten verbessern, Nahrungsmittelreserven bilden, Finanzspekulation regulieren, die Förderung des Biosprits beenden und innovative Mechanismen zur Klimafinanzierung einführen.
    • Klimakonferenz in Durban: Der neue Globale Klimafonds muss funktionsfähig gestaltet und finanziell gut ausgestattet werden.
    • UN-Welternährungsausschuss: Die Mitglieder müssen erstens robuste freiwillige Leitlinien für den verantwortlichen Zugang zu Land und anderen natürlichen Ressourcen verabschieden und Landgrabbing verhindern helfen. Und zweitens einen Aktionsplan vereinbaren, um die Preisschwankungen anzugehen und Nahrungsmittelkrisen zu verhindern.
    • Nahrungsmittelkonvention: Die Geberländer sollten in Zukunft im Fall von Nahrungsmittelkrisen eine zuverlässige, schnelle und angemessene Hilfe gewährleisten und diese dem Zugriff mächtiger Interessengruppen entziehen.
    • Zukunftsfähige Landwirtschaft: Jede Regierung muss Maßnahmen im eigenen Land ergreifen, um den Wandel hin zu einer zukunftsfähigen Landwirtschaft möglich zu machen: Hunger reduzieren, indem Frauen gleichberechtigt Zugang zu Land und anderen Ressourcen erhalten, eine ökologische landwirtschaftliche Entwicklung fördern, Beschäftigung für arme Menschen schaffen, Krisen bewältigen durch Klimaanpassung, soziale Sicherungssysteme und Katastrophenschutz

    Flankiert wird der Bericht durch den Start der neuen internationalen Kampagne “Mahlzeit!”, die auf das marode weltweite Ernährungssystem aufmerksam machen soll.

    Website der Kampagne “Mahlzeit!”: www.oxfam.de/Mahlzeit

    Deutsche Kurzfassung des Berichts “Aufbruch in ein neues Zeitalter”: www.oxfam.de/mahlzeit/aufbruch-neues-zeitalter

    Englische Vollversion des Berichts: www.oxfam.de/mahlzeit/report

    Zahlen und Fakten zum Download: www.oxfam.de/mahlzeit/zahlen-fakten

    Bildmaterial und Zitate aus Malawi: www.oxfam.de/mahlzeit/malawi-bilder-zitate

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  • Cornelia Füllkrug-Weitzel ist Direktorin der Hilfsorganisation Brot für die Welt. Für jetzt.de der Süddeutschen Zeitung hat Sie in einem Interview über die steigenden Nahrungsmittelpreise, das Welternährungsproblem und Gentechnik gesprochen. Das gesamte Interview finden Sie hier. Am 10. Juli 2008 nahm sie teil an einer Podiumsdiskussion zum Thema „Hungrig? Satt? Ursachen und Folgen der Welternährungskrise“, die im Rahmen der Reihe EINE WELT – EINE ZUKUNFT in der Berliner Kalkscheune stattfand.

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  • Unter dem Namen EINE WELT – EINE ZUKUNFT diskutieren Experten und Publikum zu verschiedenen Themen der Entwicklungspolitik und Globalisierung. Die Veranstaltungen finden meist in der Berliner Kalkscheune statt.

    Die zuletzt besprochenen Themenfelder waren:

    Townshipfunk und Nollywood – Kreativwirtschaft als Entwicklungsressource?
    Podiumsdiskussion am 18. November 2010 in der Kalkscheune, Berlin

    Fairer Handel – kann Konsum etwas verändern?
    Podiumsdiskussion am 22. September 2010 in der Kalkscheune, Berlin

    Afrikas Adler vs. Asiens Tiger – Fußball und Entwicklung in Nigeria und Südkorea
    Podiumsdiskussion, 22. Juni 2010 in der Kalkscheune, Berlin

    Zerstört Klimawandel Entwicklung? Klimawandel und Entwicklungszusammenarbeit
    Podiumsdiskussion, 17. September 2009, ab 19 Uhr in der Kalkscheune, Berlin

    weltwärts – Der entwicklungspolitische Freiwilligendienst, der die (eigene) Welt verändert?!
    Podiumsdiskussion, Markt der Möglichkeiten und Live-Konzert am 10. September 2009, ab 18 Uhr in der Kleinen Arena des Tempodroms, Berlin

    Freiheit erkämpft – und jetzt? Bürgerbewegungen: Chance und Risiko für die Gesellschaft?
    11. Juni 2009, Berlin

    Freiheit erkämpft – und jetzt? Bürgerbewegungen: Chance und Risiko für die Gesellschaft? Lesung und kommentiertes Autorengespräch
    16. Juni 2009, Leipzig

    Zurück in die Armut? – Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise auf die Entwicklungsländer
    28. April 2009, Berlin

    Frauen auf dem Vormarsch? – Gerechtigkeit zwischen Geschlechtern als Motor für Entwicklung
    27. November 2008, Berlin

    Entwicklung schaffen! Ohne Waffen? – Deutschlands ziviles und militärisches Engagement in Afghanistan
    3. Oktober 2008, Hamburg

    HUNGRIG? SATT? – Ursachen und Folgen der Welternährungskrise
    10. Juli 2008, Berlin

    Aufbau oder Rückzug – bleiben oder gehen? Wie werden wir Afghanistan gerecht?
    22. Mai 2008, Berlin

    Dicke Luft über Asien
    u.a. mit Prof. Yu Zhang und Prof. Dr. Junhua Zhang
    21. November 2007, Berlin

    Klima – Wissen ohne zu handeln
    12. September 2007, Berlin

    One World Village
    18. Mai 2007, Alexanderplatz, Berlin

    Pandemien ante portas – Rette sich wer kann?
    22. November 2006, Berlin

    Fremd zu Hause?
    12. Oktober 2006, Berlin, u.a. mit Schriftsteller Selim Özdogan und Mattheo alias Itchyban. Anschließend Culcha Candela live.

    Ist Afrika noch zu helfen?
    14. September 2006, Berlin, BANTU live.

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