Unterschied: Katholische & Evangelische Kirche

Wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen der katholischen und der evangelischen Kirche? Eine unbeteiligte Sicht…

Beiden Religionen ist das Christentum gemein, also dass man Jesus als Herr annehmen muss und damit erlöst ist. Die Idee der Erlösung ist ja nicht neu, aber das Christentum brachte sich mit der Idee voran: dass alle in den Himmel kommen; nicht nur die Krieger wie bei der Germanen oder die Reichen, wie vielleicht bei den Kelten.

Jesus am Kreuz

Aber es soll heute um die Unterschiede der beiden großen christlichen Religionen gehen. Den Anfang macht die Katholische Kirche, die ja auch älter ist. Der katholische Glaube erhob sich zur Kirche, man modifizierte die Bibel und änderte die Interpretation immer wieder auf sogenannten Konzilen, die es auch heute noch gibt.

Sie gründet sich aus dem untergehenden römischen Imperium und war anfangs eine Weltuntergangssekte, wie man heute sagen würde. Sie fürchteten das Ende der Welt bis weit in das Mittelalter hinein. Im katholischen Glauben wirkt sodann auch noch die Frage der Hölle und des Fegefeuers nach.

Der Unterschied dabei ist, die Hölle ist die tiefste Verbannung ohne Entkommen und das Fegefeuer ist für kleinere Verfehlungen, aus dem es ein Entkommen gibt. Auch die Menschen vor Jesus, die quasi unschuldig nicht an Jesus glaubten, sollten nicht ganz verdammt werden.

Um aus dem Fegefeuer zu entwischen, können denn die Nachfahren für die Seele der Verstorbenen beten und mit einer kleinen Spende an die Kirche hat das Ganze mehr Bedeutung. Das gipfelte Jahrhunderte später in dem Geschäft mit dem Ablasszettel, was wiederum Luther vor nunmehr 500 Jahren kritisierte.

So gibt es denn im evangelischen Glauben auch kein Fegefeuer und über die Hölle wird gar nicht geredet, sprich gepredigt. Gibt es da noch die Strafe nach dem Leben? Die Abrechnung? Der Teufel findet ja auch keine große Erwähnung im alten Testament. Erst Jesus (also neues Testament) wird vom Teufel versucht… Tatsächlich aber konzentriert man sich im evangelischen Glauben auf das neue Testament – das Evangelium, daher auch die Bezeichnung.

Auch darf man als nichtgetaufte Person in eine evangelische Kirche und am Gottesdienst teilnehmen; bei den Katholiken müsste sich eigentlich die Erde auftun und… naja… Auch „Sünder“ dürfen am Abendmahl teilnehmen, was bei der römisch-katholischen Kirche die Kommunion ist. Ex-Kommunizierte – daher auch der Name – dürfen das im Katholischen Glauben nicht. Aber das ist genauso relevant, wie die Scheidung, was Katholiken eigentlich auch verboten ist.

Ein weiterer wichtiger Unterschied, ist die Rolle der Frau. Im katholischen Glauben gibt es keine Priesterinnen – bei den Protestanten schon. Übrigens heißen sie Protestanten, weil sie eine Vermittlung der beiden Strömungen vor einigen Jahrhunderten versuchten und unter Protest hinausgeworfen worden.

Man hat auch andere Ausgaben von Bibeln und auf den Kirchen befinden sich unterschiedliche Symbole: Hahn oder Kreuz. Und die Kirchen selbst sind bei den Protestanten meist eher schmucklos, während katholische Kirchen eher prächtig hergerichtet sind.

Das hat auch mit der Zeit vor 500 Jahren und den damit verbundenen Kriegen, die über Europa hereinbrachen, zu tun. Denn während Luther die Rückbesinnung zu den Ursprungen ermahnte, nahm die katholische Kirche einen Haufen Geld ein. Noch heute zählt diese zu den reichsten Institutionen weltweit!

Inhaltlich hat man auch ein paar Unterschiede, wie die Frage der Verehrung von Maria, was im Katholischen sehr dominant ist und im Evangelischen gar nicht. Auch Heilige werden nicht verehrt. Bei den Katholiken zieht man den Strich beim Anbeten. Nur Gott, respektive die Dreifaltigkeit aus Gott, Jesus und dem Heiligen Geist, wird angebetet und die anderen im Patheon werden verehrt. In der Praxis macht das aber wohl keinen Unterschied, was auch Luther aufstieß.

Außerdem hat die katholische Kirche eine Papst, den Stellvertreter Gottes – der mit einem gepanzerten Wagen Gottesvertrauen predigt (geklaut bei Pispers). Soetwas hat die evangelische Kirche bekanntlich nicht.

Das heute bestimmte Gebiete evangelisch und andere katholisch geprägt sind, liegt an einem Krieg. Dieser Krieg hat im 17. Jahrhundert (also 200 Jahre nach Luther und trotzdem aus demselben Grund) stattgefunden und 30 Jahre gedauert, daher dessen Name. Dieser Religionskrieg kostete rund 6 Millionen Menschen das Leben. Nach 30 Jahren hatte keine Partei noch Kraft und man schloss des Westfälischen Frieden. Darin wurde klar definiert, welches Fürstentum, Herzogtum, Königreich etc welche Religion hatte. Und da die Untertanen dieselbe Religion haben mussten, wie die Landesfürsten, sind die Bayern heute vor  allem Katholisch und die Menschen in Niedersachsen beispielsweise evangelisch dominiert.

Vielleicht gäbe es ohne diesen Krieg, den katholischen Glauben kaum noch. Denn vor allem die gebildeten wollten damals die freieren Religion und so sind in vielen Städten in Süddeutschland evangelische Kirchen am Marktplatz zu finden. Jedoch muss auch gesagt werden, dass es vor allem die evangelische Kirche in Deutschland war, die Hitler unterstützte. Seit Jahren gibt es Bestrebungen diese beiden Kirchen zu vereinen – die Ökumene.

Die Religionen – allen zusammen – ist aber doch gemein, dass sie das Heilsversprechen monopolisieren, um Macht und/oder Geld anzuhäufen. Unter dem Vorwand „Gott will es!“ werden Kriege geführt und Menschen ins Elend gestürzt – als ob ein solch allmächtiger Gott Hilfe bräuchte – und man kann auf so viele Menschen zugreifen bei solch großen Religionen. Ich fände eine Individualisierung der Götter besser, aber dann bräuchten wir auch keine Götter mehr.

16. Januar 2017 in Kultur & Zuhause, Story-Kommentar

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