Ursprung der Fasnet, Karneval & Fasching

Woher kommt die Tradition, dass man sich zum Karneval / zur Fasnet verkleidet und feiert?

Im Westen Deutschlands feiert man die Weiberfasnet, was den Karneval einläutet und im Süden feiert man den Gumpigen Donschtig – was die Schwäbisch-Alemannische Fasnet einläutet. Als Kind wurde mir erzählt, damit will man den Winter vertreiben – doch das hörte ich auch mal bezüglich Silvester.

Fasnet in Oberschwaben

Meinen eigenen Recherchen nach kam es vermutlich ganz anders zu dem Fest der Ausgelassenheit, wie auch immer man es nennt. Klar haben schon immer alle Kulturen den Frühling begrüßt, sich verkleidet und sicherlich auch schon immer mit Drogen, in welcher Form auch immer – seien es Beeren oder der heute beliebte Alkohol, den es allerdings auch schon seit Menschengedenken gab. Im alten Ägypten war Bier sogar ein Zahlungsmittel.

Unsere Form des Fasching rührt teils aus dem Übergang von der Antike zum Mittelalter. Wie schon die Verortung des Christentums in Form von Kirchen auf Heiligen Plätzen, so vermengte man auch die althergebrachte Kultur mit dem neuen Christentum. Masken und Verkleidungen waren beispielsweise bei den Kelten im heute süddeutschen Raum durchaus gängig.

Doch man symbolisierte fortan den Bruch mit den alten Traditionen. Vor allem in der Schweiz, einer der letzten Rückzugspunkte keltischer Tradition auf dem Kontinent, erhielt sich ein bemerkenswertes Ritual. Dabei wird die alte Gottheit von den Christen in Ketten durch die Stadt geführt – obwohl das eher im Winter gemacht wird. Obwohl es hierbei einen Zusammenhang gibt, auf Grund des Kalenderwechsels. Allerdings ist am 1. Februar das keltische Milch- oder Hirtenfest „Imbolc“. Es ist zudem eines der Fruchtbarkeits- und ein Lichtfest. Ist es damit wie beim Weihnachtsfest, das die Christen umdefinierten? War es wieder ein Wechsel der Bedeutung des Festes? Oder darf man an dem Tag noch ein mal dem alten Geistern frönen?

Die Fasnet erscheint schriftlich aber erst mal tatsächlich im Hochmittelalter und die meisten Masken, vor allem in der Alemannischen Tradition referieren auf das Mittelalter, wie die vielen Hexenkostüme. Doch diese Masken sind keine 200 Jahre alte Tradition, meist nicht ein Mal 100 Jahre.

Der Wunsch sich zu Verkleiden hat die Menschheit wohl die ganze Zeit begleitet. Vielleicht ist unser Fasching-Karneval eine Kopie des italienischen, respektive römischen Festes: Saturnalien – ein Fest zu Ehren des Saturn, an dem es keine Sklaven oder Herren gab. Ein Tag der Anarchie im eigentlichen Sinne, der Herrschaftslosigkeit. Man hatte quasi Narrenfreiheit an diesem Tag und Kleidung macht bekanntlich Leute.

Dies ist um so wahrscheinlicher, als dass die Antike im Mittelalter zwar als gottlos, aber auch mit einer gewissen Bewunderung betrachtet wurde. Die Könige wollten Kaiser werden – also Caesaren und damit König von Italien sein, die Bauten von der Romanik bis zur Klassik hatten die Antike zum Vorbild und noch heute sagt man, alle Wege führen nach Rom – weil die Römer nun mal das Vorbild auch im Straßenbau waren – unerreicht bis in die Renaissance.

Ich denke Fasching ist ein Mix aus dem keltischen Hirtenfest, wobei Milch ein wichtige Rolle gespielt haben soll – genaues weiß man leider nicht, da die keltische- keine Schriftkultur war – und dem antiken Saturnalien, das vielleicht von den Christen bereits umdefiniert wurde und derart mit dem heidnischen Gebräuchen vermengt wurde.

4. Februar 2016 in Kultur & Zuhause, Story-Kommentar

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