Wirtschaftsforschung fordert keinen Mindestlohn

Die Wirtschaftsprognose für die Deutsche Wirtschaft steht gut da und steigt um 1,8 Prozent im 2014. Im Detail heißt es aber auch, dass der Mindestlohn nicht eingeführt werden soll, er könne die Wirtschaft bremsen.

Genau sagte, Ferdinand Fichtner, der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung: „Wenn in der aktuellen politischen Diskussion, wie es sich ja abzeichnet, es zu einem Mindeslohn kommen würde, dann würden wir dringend dazu raten, diesen Mindestlohn sehr, sehr niedrig anzusetzen.“ Schließlich sieht sogar inzwischen die reaktionäre CSU den Sinn eines Mindeslohns, wie es aus den Koalitionssondierungsgesprächen schallt.

Deutscher Bundestag

Lassen wir uns diesen Satz doch mal auf der Zunge zergehen: Der Mindestlohn bremst also die Wirtschaft und die Wirtschaft ist ja der Primat der Gesellschaft. Wirtschaft befiehl! Wir folgen!; dachte ich so bei mir. Egal ob die Menschen ihre Miete zahlen können, die Wirtschaft muss brummen! Alles unterliegt der Wirtschaft, auch der Mensch. An der Wirtschaftspolitik (also die der CDU) soll sich nichts ändern, rät dieses neoliberale Gremium! Ja, neoliberal, die Wirtschaft steht über allem! Von der CDU ausgewählt, nehme ich mal stark an.

Tja, das ist halt der Kapitalismus. Einer muss leiden, damit es den anderen besser geht. In der Philosophie hat man dafür einen schöneren Ausdruck gefunden: Den Utilaritismus. Sprich, wenn es allen dient ist es gut, egal ob einer dabei auf der Strecke bleibt. Ja, das ist die Gesellschaft, in der wir leben. Und nebenbei gesagt: Ihr wollt es doch auch so!!! Ihr habt die CDU gewählt! Ich hasse es zu sagen, aber ich hab’s Euch doch gesagt. Ihr wolltet nicht hören und jetzt haben wir den Salat für weitere vier neoliberale, ausbeuterische Jahre. Merkel sei Dank!

17. Oktober 2013 in Politik & Medien, Story-Kommentar, Wirtschaft

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