Wissenschaftliche Demokratie – These

Ich habe mir wieder einmal Gedanken um das menschliche Zusammenleben gemacht und mich gefragt, wieso wir nur so wenig auf Fakten hören?

„Diese Vernunft, die doch ewig ist, ist den Menschen unfaßlich sowohl ehe sie davon hören, als auch nachdem sie einmal davon gehört haben. Denn obgleich alles dieser Vernunft gemäß verläuft, scheinen sie doch noch nie einen Versuch mit ihr gemacht zu haben, …. Die andern Menschen aber sind sich so wenig bewußt, was sie wachend tun, als sie ein Bewußtsein davon haben, was sie im Schlafe tun.“

Heraklit ca. 500 v. C.

Obwohl man weiß und belegen kann, dass es keinen Sinn macht in den Krieg zu ziehen, tun das die Regierungen immer wieder. Ich sage Regierungen, weil die Bevölkerung nie Interesse an einem Krieg hat – warum auch, sie leiden auch nur darunter. Krieg und Demokratie passt sowieso nur bedingt zusammen, genau wie heilig und Krieg. Aber machen wir es konkret.

sonne-und-lampen

Wenn Dich eines Tages Dein Kind fragt, warum das schon lange so ist und warum man nichts dagegen tut, was antwortest Du dann? Klar könnte man das ändern, nichts ist in Stein gemeißelt, das zeigt die Geschichte. Nehmen wir die Flüchtlinge – gegen die internationalen Gesetze verstoßend, weist man Hilfe suchende in vielen Ländern ab. Und ja natürlich gibt es Gründe, aber diese sind – wie wir auch alle wissen – vorgeschoben; wie bei Pegida und Co. Sie und ihre internationalen Schwachmaten drängen unsere friedliche Demokratie an den Rand.

Wie Nietzsche so schön sagte, die Wahrheit ist nur ein weiteres Argument und zielt damit auf die Wissenschaftskritik – also die Kritik an der Wissenschaft. Doch scheint die Wissenschaft doch ihre Vorzüge zu haben. Denn sie basiert weniger auf Argumenten (je nach Auslegung) als mehr auf Fakten. Die Interpretation der Fakten ändert sich alle paar Dekaden, da sich auch der Blick des Mensch auf sich selbst ändert (für Philosophie-Fans: frei nach Michel Foucault).

Meine These ist also: Warum sollen politische Kräfte über unser Leben entscheiden, wenn man einfach nur das Richtige tun kann. Statt Lobbyismus, statt konservativen Gedanken, statt Profitgier und Egoismus – ein anderer Weg, frei von traditionellem Zwang und Propaganda. Der Weg des fundierten Wissens und der Entscheidung nach wissenschaftlichen Kriterien.

Vermutlich würde aber auch die Wissenschaft unterschiedliche Heransgehensweisen anbieten und so bräuchten wir vielleicht doch einen entscheidungsfindenden Personenkreis, also ein Parlament. Diese Personen könnten  aber keine Einträge einbringen, sie dürfen nur über die wissenschaftlichen Angebote diskutieren und abstimmen.

Mit einer zunehmenden Digitalisierung, könnten Menschen ihre Ideen einbringen und ein System errechnet automatisch deren Sinnhaftigkeit und gibt diese gegebenenfalls an den Wissenschaftsrat weiter. Dieser besteht aber nicht aus einzelnen Forschenden, sondern aus der gesamten Masse an Wissenschaften, die durch beispielsweise das Internet miteinander verbunden, automatisch Ideen entwickeln.

Wäre das das Ende von sinnlosen, menschenverletzenden Gesetzen, die es auch in Deutschland noch gibt?! Umweltschutz, Klimawandel, Armut, Gleichberechtigung – all das könnte damit endgültig gelöst werden.

23. Dezember 2015 in Kultur & Zuhause, Politik & Medien, Story-Kommentar

, ,

No comments yet.

Schreibe einen Kommentar