Wohnraum & Energetische Sanierung | Energiewende

Die Klimaziele sind gesteckt, die Energiewende eingeleitet – fehlt nur noch die Rechnung.

Um das Klimaziel zu erreichen braucht es die Nutzung umweltfreundlicher Ressourcen. Und da dummerweise Fukushima explodiert ist, hat man plötzlich das Risiko entdeckt. Doch für die Umsetzung muss weniger Energie verbraucht werden. Und eine Lösung war: Wohnungen aufwändig energetisch renoviert werden, aber die Zeche zahlen die Mietenden.

Windkrafwerke

Schon jetzt merken wir die Auswirkungen dieses Trends. Nehmen wir Berlin als Beispiel, die größte Stadt Berlin. Hier steigen die Mieten in die Höhe. Lange war Berlin bekannt dafür, günstig zu sein – arm aber sexy, war ja bekanntlich das Motto des früheren Bürgermeisters Wowereit. Berlin spielt hier eine besondere Rolle, das liegt an den Hinterlassenschaften der DDR. Ost-Berlin war so günstig, nicht der Westen.

Der Zuzug führt zu Wohnungsmangel und das führt zu Unruhe unter der Bevölkerung. Den Anfang nannte man noch Gentrification, die Vertreibung von angestammtem Publikum. Inzwischen fürchtet aber auch der Mittelstand um die Mietpreise und den Verbleib in der eigenen Wohnung. Selbst Beamte klagen um eine Wohnung in einer Großstadt wie München, wo es sicherlich dramatischer ist. Es gab und gibt Proteste und einige haben die Politik erreicht. Die fragwürdige Mietpreisbremse wurde eingeführt.

Doch ist auch die energetische Sanierung ist Teil der Mieterhöhungen. Und so manche Person dachte sich dabei, das könnte man doch nutzen?! Das Mittel der Energiesanierung wird m.E. oft genutzt, um die Wohnung aufzuwerten und damit auch mehr Gewinn zu machen. Oder muss man hier auf das große Bild schauen?

Die Trennung Berlins ist inzwischen Geschichte – die Gebäude wurden und werden renoviert und energetisch saniert. Die energetische Sanierung ist dabei für die Mietenden weniger erfreulich. Die Mieten steigen, da die Kosten für die Sanierung auf die Miete umgelegt werden dürfen. Doch auch wenn die Verwaltungen mit Einsparungspotential werben, so bleibt dem Mietenden unter dem Strich ein ordentliches Minus. Selbst in meinem Umfeld kenne ich solche Beispiele. Dabei wurden große Versprechungen gemacht, dass sich das positiv auf die Miete auswirken würde. Ja, klar!?

Doch das ist ein Preis den wir für die Energiewende zahlen! Die Idee dahinter ist, dass Kleinvieh auch Mist macht. Da die grüne Energie nicht so viel Energie bereitstellen und Energie auch nicht gespeichert werden kann, muss man den Energieverbraucht senken. Viele kleine Energieeinsparungen machen eben viel aus, seien es die Staubsauger oder eben die Wohnungen. Wie Immowelt weiß, ist damit im Gegensatz zum Vorjahr 4,8 Prozent Energie eingespart worden und die fossilen Brennsstoffe werden abgebaut. Um die Klimaziele zu erreichen bedarf es sicherlich mehr.

Nur hat man der Bevölkerung vergessen das so zu erklären – nur pauschal wurde gesagt, dass das kosten wird. Nicht aber wo und an welcher Stelle. Die Mietenden würden profitieren, das findet man noch heute oft in den Medien – aber dem ist gar nicht so.

So war die Debatte über die EEG-Umlage groß, doch das Sanierungskonzept zu Gunsten der Vermietenden hat man nicht diskutiert. Warum nur verteilt man die Kosten nicht auch auf die Hausinhabenden? Warum müssen das die Mietenden alleine zahlen – und vermutlich noch mehr? Auch wenn Moral Betroffenheitsabhängig ist, sehe ich hier den Einfluss von Lobbyisten im Bundestag – schon wieder.

10. Juni 2015 in Kultur & Zuhause, Politik & Medien, Story-Kommentar

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