Zerstörung der Kunstwerke durch die „ISIS“

Der IS hat im Irak und in Syrien systematisch Kunstwerke aus der Antike und dem Altertum zerstört. Wer waren die Assyrer?

Der UN-Generalsekretär hat die Zerstörung der kulturell-historischen Zeugnissen verurteilt. Ja, ich verstehe den Frust der archäologischen Sippe und auch, dass damit ein Teil der Kultur zerstört wird. Aber es sterben immer noch Menschen – ist das nicht viel schlimmer? Schreitet jetzt die UN ein, weil Denkmäler zerstört werden? Doch sterben „nur“ Menschen, wird das hingenommen? Ich bin für eine Neugestaltung der UNO und des UN-Sicherheitsrates – doch das ist ein anderes Thema.

Keramik Altertum Bronzezeit

Die Zerstörung dieser Denkmaler – und das möchte ich nochmal unterstreichen ist dramatisch. Ja, es wird damit auch der Ursprung der Menschen dieser Region zerstört. Der Anlass für die Terrorgruppe ist die vermeintliche Götzenanbetung. Auch in Deutschland – zur Zeit der Reformation – wurde ähnlich verfahren – Stichwort: Bildersturm. Dass der sogenannte ISIS dies tut, soll eine Reaktion herausfordern. Vielleicht dient es im Inneren nur der Wahrung der Ideologie.

Die Ironie der Geschichte ist, dass die Denkmäler der Assyrer von Terroristen zerstört werden. Dabei sah man die Assyrer zu ihrer Zeit (des neuassyrischen Reiches) selbst als Terroristen. Ihre Strategie war neben dem Handel, vor allem das Überfallen von Nachbarvölkern. Sicherlich gab es Landwirtschaft und Handel, doch das meiste Geld machte man mit Überfällen. Das war damals nicht so unüblich, wie das heute klingt. Nichtsdestotrotz basierte deren Wirtschaftssystem lange Zeit darauf, die Nachbarn zu terrorisieren. Ein Bündnis aus Gegnern bereitete dem Treiben im 6. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung ein Ende.

Heute legen Terroristen ihre Überbleibsel in Schutt und Asche. Glücklicherweise gibt es aber viele Stücke im Ausland, auch in Berlin – im Neuen Museum – kann man welche begutachten.

10. März 2015 in Kultur & Zuhause, Politik & Medien, Story-Kommentar

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