Moral ist Betroffenheitsabhängig

Die Moral, die Moral – sie soll die Werte einer Gemeinschaft sichern und wurde nicht selten als Argument für Machtbestrebungen genutzt.

Foucault beschreibt die Moral als Machtmöglichkeit der Gesellschaft oder des Staates über den Einzelnen, derart dass man diese Macht über sich nicht fühlt und nicht bemerkt; sondern man glaubt man führe das aus, weil man es selbst will. Es ist die Bio-Macht qua Disziplinierung durch die Moral. Und wie wir ja wissen ist die Moral der Geschicht‘, dass Moral den Herrschenden, von ihnen kommend, den Herrschern schon immer egal war…

Moral

Diese Moral ist jedoch auch auf der Individualebene untersucht worden. Obwohl es einen ganz anderen Hintergrund hatte. Der Forscher Kohlberg hatte über die kindliche Entwicklung geschrieben und seine Studie stieß auf Widerspruch bei Gender-Forschenden. Sie widerholten den Versuch und fanden etwas erstaunliches heraus: Die Moral ist betroffenheitsabhängig. Daraufhin erfolgte ein neuer Versuch.

Bei dem neuen Versuch wurden die Probanten in Männer und Frauen aufgeteilt. Beiden hat man jeweils zwei Fragen gestellt. Diese waren sinngemäß: 1. Sollte man die Bundeswehr mehr im Ausland einsetzen? Dazu muss man sagen, dass zu diesem Zeitpunkt Frauen keinen Dienst bei der Bundeswehr leisten durften. Und 2. Sollte man Schwangerschaften auch nach der 10. (?) Woche abbrechen dürfen.

Bei der ersten Frage äußerten sich Frauen vorwiegend positiv, also die Bundeswehr sollte ruhig vermehrt eingesetzt werden. Davon könnten die Männer aber betroffen sein und äußerten sich eher ablehend dazu. Bei der Frage der Schwangerschaft gaben die Männer eher an, dass dies nicht möglich sein dürfe, die Frauen eher so, dass das gut wäre. Die Moral dazu ist also von der Betroffenheit abhängig.

13. November 2014 in Kultur & Zuhause, Story-Kommentar

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