Diskursbeispiel: Waffen in den USA

Warum in den USA die Waffenlobby den Diskurs beeinflusst, ist der Grund warum man in den USA keine Waffen verbietet.

Am Anfang stand das Wort, steht schon in der Bibel und gemeint ist die Sprache. Oder vielmehr, welches Bild man mittels der Sprache in den Köpfen der Zuhörenden erzeugen kann. Ein schönes Beispiel findet sich in den USA und es ist ausnahmsweise mal nicht der Lügen-Trump-Faktor.

Es ist die Waffengewalt, die jüngst wieder ihre Opfer forderte. In den USA sterben jährlich (!) zwischen 12.000 und 16.000 Menschen an Schusswaffen und das mit zunehmender Tendenz. In Deutschland sind es zum Vergleich etwa 70 im Durchschnitt – pro Jahr. Militärärzte in den USA, werden in Chicago ausgebildet, weil es dort alle Formen von Kriegs- und Schussverletztungen gibt. In den USA herrscht Krieg auf den Straßen, weil es so viele Waffen gibt – mehr als Einwohnende in den riesigen Land.

Dass das an den Gesetzen liegt, ist in Deutschland den meisten klar. Keine Partei würde mehr Waffen fordern, wie das in den USA der Fall ist. Der Grund liegt aber nicht in der Kultur begraben, sondern im Diskurs – der die Wahrnehmung verändert. Wenn man jeden Tag hört, Waffen sind was Gutes, dann glaubt man es auch irgendwann. Zwar ist der Diskurs etwas differenzierter, aber er ist von der Waffenlobby NRA (National Rife Association) dominiert.

Es ist auch der Grund, warum man in den USA nun die Lehrenden bewaffnen will. Unglaublich für unsere Verhältnisse, denn wir haben diese Diskursbeeinflussung nicht. In den USA herrscht die Vorstellung, durch ständiges Wiederholen der NRA, dass nur ein guter Typ (Good Guy) mit einer Waffe, einen bösen Menschen (Bad Guy) mit der Waffe aufhalten kann. Die Logik ist Schwachsinn, was die Menschen außerhalb des Diskurs sofort erkennen, aber es ist etwas anderes wenn man darin steckt.

Der Grund warum in Deutschland so viel weniger Menschen im Verhältnis zu den USA sterben, liegt einfach daran, dass es strenge Waffengesetze gibt. Klar, kann man illegales auch im “Dark Net” bestellen, aber wenn man einfach in einen Supermarkt gehen kann und dort Waffen, samt Munition, kaufen kann, ist das halt etwas ganz anderes. Und wenn dann die Lehrenden eine Waffe haben, drehen die vielleicht mal durch und…

Aber es ist ein riesen Wirtschaftsfaktor und daher hält man daran fest. Ich sah auf einem Schild der Proteste wegen des Amoklaufs in der Schule: “Money killed my son” (glaub ich war es) und das ist die eigentliche Wahrheit. Wenn man das nicht mehr will, muss man halt auch aufhören die Konservativen zu wählen.

24. Februar 2018 in Politik & Medien, Story-Kommentar, Wirtschaft

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