100 Jahre Säkularisierung und doch bleibt die Vorherrschaft der Kirchen

Vor über 100 Jahren wurde die Säkularisierung Deutschlands vorgenommen, doch noch immer beharren Kirchen auf ihre Vorrechte.

Mit den Eroberungszügen von Napoleon kam auch die Säkularisierung nach Deutschland und das ist über 100 Jahre her. Säkularisierung meint die Verweltlichung und Aufklärung der Welt, die zuvor im Aberglauben lebte. Damit wurde die Macht der Kirche in diesem Land zurückgedreht und Platz für Wissenschaft und Freiheit gemacht.

Holz-Kreuz

Doch noch immer hat die Kirche viel zu viel Einfluss in unserer Gesellschaft und noch immer hat sie einige Vorrechte, die längst abgeschafft gehören. Wie die Welt aussieht, wenn die Kirche an der Macht ist, haben wir im Mittelalter erlebt und diese Zeit wollen nur wenige wieder zurück haben. Die Menschen wurden unterdrückt und die technische Entwicklung wurde ausgebremst. Wo wären wir wohl, hätte es nicht 1.000 Jahre kirchliche Unterdrückung gegeben – vielleicht schon im irdischen Paradies.

Doch das war nicht der Lauf unserer Geschichte. Unsere Geschicke waren zu sehr mit der Kirche und dem Glauben an einen Gott mit all den Moralvorstellungen verbunden. Dabei glaubt die Mehrheit nicht mehr an einen solchen Gott und hat sich dem wissenschaftlichen Atheismus angeschlossen. Gott sei dank, muss man fast sagen. Und die kirchliche Form des Glaubens neigt sich endlich dem Untergang.

Für all die Untaten, die Verbrennungen von Wissenschaftlern, nur damit die Kirche unentblößt weiter machen kann, hat sich die Kirche oder vielmehr haben sich die beiden großen Strömungen des Christentums nicht mal entschuldigt.

Aber sie halten weiter ihre Pfründe und bekommen sogar noch Geld für die Ausbeutung und die Immobilien, die sie unter Vortäuschung falscher Tatsachen erworben hat. Um des Seelenheils Willen hat der Adel, der selbst ungerechtfertigter Weise zu dem Reichtum gekommen ist, der Kirche übereignet. Das findet sich in unzähligen Urkunden des Mittelalters. Dabei wohnt der Adel noch allzuoft in den Schlössern, die unsere Vorfahren als Leibeigene und mit überbordenden Steuern bezahlt haben. Sie leben von den Wäldern, die sie durch Unterdrückung und Kriege erworben haben. Ohne dass sie jemals eine Entschädigung bezahlt haben.

Die Kirchen sind reich und dennoch gibt es eine Kirchensteuer – eine Abgabe auf den Glauben. Noch heute muss man für die Nennung von Namen in Fürbitten bei der katholischen Kirche bezahlen – von wegen, der Ablasshandel ist ein Ding der Vergangenheit. Das ist er offensichtlich nicht. Sie verfügen über die besten Immobilien in fast allen Städten des Landes und der Staat sammelt auch noch kostenlos die Steuern ein. Oben drauf gibt es Entschädigungen für die Säkularisierung und Gelder für den Religionsunterricht, der in vielen Bundesländern verpflichtend ist. Das alles und noch mehr nach über 100 Jahren, als die Macht der Kirchen gebannt wurde.

Dazu kommt dass man die Lärmbelästigung durch Glockenschläge von Kirchen aushalten muss. Wenn ich mit einer Musik, die nicht jeder Person gefallen würde, jeden Tag – ja jede Stunde oder mehrfach in der Stunde, so einen Lärm machen würde, hätte ich sicherlich bald die Polizei vor der Tür stehen. Aber die Kirchen dürfen das? Mit welcher Begründung bitte? Tradition? Ja, eine Tradition der Gewalt und der Unterdrückung.

Es muss ein Ende haben – die Säkularisierung, auf die wir ja so stolz sind, muss endlich durchgeführt werden. Die Kirchen enteignen, die Gelder einziehen und die unsäglichen Entschädigungszahlen müssen eingestellt werden!

30. August 2018 in Kultur & Zuhause, Politik & Medien, Story-Kommentar

, , ,

Comments are closed.