Alraune – ein Heilmittel?

In Heilkräuterbüchern findet man keinen Eintrag zur Alraune – und das hat einen guten Grund.

Die Alraune ist eine giftige Pflanze und im Mittelalter sagte man ihr eine betörende Wirkung nach, die mit dem Teufel in Verbindung gebracht wurde. Auch der Baldrian hätte eine derartig gespenstische Wirkung, so die damalige Meinung, denn man könnte damit den Teufel und die Hexen fernhalten. Nicht immer ist also an den Überlieferungen aus dem Mittelalter etwas dran.

Alraune Pflanze

Alraune Pflanze

In einigen Sagen und in der Bibel kommt die Alraune vor. In der Bibel wird die Pflanze als Liebesäpfel tituliert, als hätte sie eine aprodisierende Wirkung. Dem ist nicht so und das sollte man auch nicht ausprobieren. In Sagen des Mittelalters kann man mithilfe der Pflanze einen Pakt mit dem Teufel anstreben. Zuweilen wurden Alraunen als Synonym für die Tiere des Teufels genutzt: Kröten oder Drachen. Es soll sogar ein Wesen sein, das mit den Augen rollt – offenbar ein Phytopomorphismus, da die rollenden Augen eine der Vergiftungserscheinung der Pflanze ist.

Noch in der zeit des Barock galten Alraunen als Heilmittel gegen das Böse. Die meist geschnitzten Wurzeln hingen als Abwehr um so manchen Hals. Sie würden Zauberei und den Teufel abwehren, was sich offenbar aus dem Mittelalter übertragen wurde. Doch einen “Trip” davon zu erwarten, wäre mehr als gefährlich und ging nicht selten tödlich aus. Einige Wurzeln der Pflanze sehen der Alraune Wurzel ähnlich und wurden ebenfalls verkauft, denn es gab einen regen Handel damit.

Im Laufe der Zeit wurde die Alraune mit verschiedenen Dingen in Verbindung gebracht – vom Glück und Pech, über die Sexualität bis hin zum Hexentum.

6. September 2019 in Gesundheit, Kultur & Zuhause, Natur

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