Europäische Kolonialzeit und der übriggebliebene Rassismus

Der heutige Rassismus hat leider eine lange Tradition in Europa, was man auch an der Kolonialzeit ablesen kann.

Schon in den Kinderbüchern kann man Wörter wie Neger lesen oder man sieht Abbildungen, wie man sich die Menschen in Afrika vorstellt. Sie sitzen in Baströcken und Lehmhütten und Tanzen. Diese Vorstellung prägt die Menschen und führt zu der rassistischen Annahme, wir in Europa wären zivilisiert und die in Afrika wären unterentwickelt. Von dieser Perspektive ist es nicht mehr weit, bis zu der Überlegung, dass es Über- und Untermenschen gibt.

Brandenburger-Tor

Auch im Ost-West-Konflikt gab es ähnliche Denkstrukturen, die man wohl als gedachte Überlegenheit zusammenfassen kann. Die im Westen dachten, sie würden die einzige mögliche Lebensweise in den Westen bringen – alle anderen Wege als “Sozialismus” abtuend und abschätzig davon zu sprechen. Dabei wissen die meisten Menschen, die diesen Begriff benutzen, überhaupt nicht, was er bedeutet.

Der Kolonialismus machte Europa zu dem Wirtschaftsfaktor, den man heute hat. Das gilt natürlich auch für die USA. Es schwächte die afrikanische Wirtschaft, die durch den sogenannten “Westen” zusätzlich zur Ausbeutung noch durch willkürliche Grenzziehungen verschlimmert worden ist. Wir haben Aufstände niedergeschossen und sie christianisiert. Wir töteten die Menschen und die Kultur.

Mit dem Geld ging es in Europa stark bergauf. Natürlich profitierten davon nur die Reichen, der Adel und die Unternehmen. Auch die Städte haben ihre Scherflein davon getragen und noch heute stellen sie diese illegalen und menschenverachtenden Profite zur Schau. Das Brandenburger Tor ist ein solcher Fall. Das Geld dafür kam aus den Kolonien und einen Teil brachte man durch Kriegsführung wieder durch. Vielleicht hätte es in Europa gar nicht so viele Kriege gegeben, hätten unsere Vorfahren nicht Afrika ausgebeutet, denn Kriege kosten viel Geld.

Heute geht es bei dieser Diskussion noch nicht mal um die Wiedergutmachung dessen, was Europa den Menschen in Afrika angetan hat. Wir schulden diesen Menschen viel mehr, als wir uns eingestehen. Es ist auch die Quelle der vielen Kriege und der wirtschaftlichen Misserfolge. Eigentlich beuten wir die Menschen dort immer noch aus.

Und selbst die Raubkunst, die wir illegal mitnahmen, was wir sogar einsehen, geben wir ihnen nicht zurück. Ich zitiere sinngemäß Monika Grütters, die natürlich – wie könnte es anders sein – von der CDU ist: Es gäbe eine Fürsorgepflicht bei der Raubkunst. Länder in denen Bürgerkrieg herrscht, würden wir ihr Eigentum erst zurückgeben, wenn sie sich nach unseren Regeln aufführen. Das ist gelebter Rassismus. Derselben Logik könnte man der Grütters das Auto klauen und es ihr erst zurückgeben, wenn sie sich entschuldigt hat.

25. Januar 2020 in Kultur & Zuhause, Politik & Medien, Story-Kommentar

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