Urlaub im Spreewald | Erfahrungen und Empfehlungen

Der Spreewald in Brandenburg ist ein schönes Ausflugs- und Urlaubsziel. Tipps und Anregungen.

Gerade in diesem Jahr sollten die Urlaubsziele nicht allzu weit weg liegen und von Berlin aus bietet sich der Spreewald im südlichen Brandenburg an. Der Spreewald ist ein weitläufiges Gebiet, weswegen ich es auf Lübbenau und Burg eingrenzen will.

Spreewald Fliess

Spreewald Fließ

Spreewald im Allgemeinen

Der Spreewald, das muss man gleich vorwegsagen, hat nur wenig Waldfläche. Doch es gibt weite Flächen, die vor allem landwirtschaftlich genutzt werden. Alle paar Meter trifft man auf sogenannte Fließe, also Kanäle. Das ehemalige Sumpfgebiet wurde durch Gräben zugänglich gemacht und diese Gräben dienen heute als Verkehrswege. Denn das Areal verfügt über wenig Land-, aber sehr viele Wasserwege. Wie ein Einheimischer mir gegenüber kundtat: “Es gibt auf dem Land nur einen Weg, aber viele Wege auf dem Wasser.”

Wege im Spreewald

Wege im Spreewald

Da der Spreewald außer Gurken und Tourismus kaum wirtschaftliche Bedeutung hat, werden die Besuchenden auch bei jeder Gelegenheit geschröpft. Es gibt viele Restaurants und Kneipen, die allerdings ordentliche Preise verlangen. Selbst der Besuch der Toilette in Lehde kostet mit 70 Cents soviel wie auf der Autobahn.

Was kann man im Spreewald tun?

Die meisten Menschen, die in den Spreewald kommen, suchen Entspannung und Natur. Hier findet man denn auch abgeschiedene Ecken.

Auch die sportliche Betätigung kommt hier nicht zu kurz, denn neben den ausgedehnten Radstrecken und dem Schwimmen in den vielen Seen, kommt man bei einem Besuch nicht am Paddeln vorbei. Dafür mietet man sich ein Paddelboot an, die in verschiedenen Größen bereitgestellt werden und macht sich auf, die vielen Fließe zu erkunden. Dabei kommt man an Schleusen vorbei, die nicht immer bedient werden. So kann es auch mal sein, dass man entweder selbst die Kurbel betätigen oder das Boot auf die andere Seite tragen muss.

Paddeln in Lehde

Paddeln in Lehde

Wer es weniger anstrengend mag, bucht sich einen Platz auf einem der zahlreichen Kähne, die hier verkehren. Zuweilen wird per Menschenhand mit einem Stock der Antrieb gestellt, wie man es aus Venedig kennt. Dabei wird auf die Natur und die Besonderheiten des Gebiets verwiesen. Gelegentlich legt man an Verkaufsstellen an, wo man vor allem Spreewälder Gurken und andere regionale Delikatessen erwerben kann.

Kahnfarten Spreewald

Kahnfarten Spreewald

Erstaunt war ich über die hohe Anzahl an Bibern, die einem auf dem Wasser begegnen. Diese lassen sich vom Menschen auch nicht stören, aber man sollte ihnen auch nicht zu dicht auf den Pelz rücken. Interessanterweise traf ich auf viele der hellen Biber, die eigentlich eher selten sind.

Wenn man auf den Wegen unterwegs ist, kann man relativ häufig auch Rehe beobachten. Sie halten zwar Abstand, doch haben sie ihre große Scheu offenbar abgelegt. Tatsächlich konnte ich Rehe noch nie aus so kurzer Distanz beobachten.

Wo ist es im Spreewald am schönsten?

Wenn man sich dann entschieden hat, den Spreewald zu besuchen, muss man den Ort der Übernachtung aussuchen. Ob das ein Hotel, eine Pension oder eine Ferienwohnung ist, bleibt der persönlichen Präferenz überlassen. Es kommt auch ein bisschen darauf an, was man genau machen will.

Lübben soll sich gut machen, doch da war ich nicht. Worüber ich allerdings berichten kann, ist Lübbenau. Die Stadt ist etwas größer als Lübben und liegt in der Nähe von Lehde. Dazu komme ich gleich noch. Lübbenau verfügt über ein schönes Schloss im Stil der Renaissance, das zuvor eine Wasserburg war. Direkt daneben befindet sich ein Campingplatz. Die Innenstadt lockt mit zahlreichen historischen Häusern und natürlich einem ausgedehnten Kanalgeflecht.

Schloss Lübbenau

Schloss Lübbenau

Wenn man paddeln oder Kahnfahrten unternehmen will, so macht man das besser hier. In Lübbenau ist zwar viel los, aber die Umgebung ist einfach schöner, als wenn man beispielsweise in Burg auf Fahrt geht. Vor allem die nahe gelegene Stadt Lehde ist ein Muss für die Reise in den Spreewald. Der kleine Ort verfügt über einige Anfahrtswege auf dem Wasser und eine Straße nach Lübbenau.

Museum Lehde

Museum Lehde

Lehde im Spreewald

Lehde im Spreewald

Einige Häuser sind noch traditionell gebaut und man kann das Museum besuchen. Die sorbisch-stämmigen Menschen in der Gegend halten ihre Traditionen hoch. Das bemerkt man schon an den Straßenschildern in zwei Sprachen, an den Schlangenkönigen, die von zahlreichen Dachfirsten prangen und das exemplifiziert sich vor allem in Lehde. Der Ort verfügt nur über wenige Häuser, aber viele Wasserwege, die mit Brücken überquert werden. Ja, es ist ein touristisch erfasster Ort und ja, er ist ein wenig überfrachtet – aber das ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Auch Burg (Dorf) in der Nähe von Vetschau ist ein beliebter Ort zum Verweilen. Nicht zu verwechseln mit anderen Teilen von Burg, wie Burg Kolonie. In Burg (Dorf) gibt es viele Geschäfte und eine ordentliche Infrastruktur. Auch wenn man nicht überall Internet hat, in Burg gibt es auch noch.

Etwas unspektakulär ist der Bismarckturm, der auch noch Eintritt kostet. Doch die eigentliche Sensation ist, dass der Turm auf einem Gelände steht, wo einst eine mächtige Burg stand. Fundstücke davon sind heute sogar in Moskau ausgestellt.

Leider gibt es vor Ort nur wenig darüber zu erfahren. Aber im nahe gelegenen Radusch wurde eine Slawenburg wieder errichtet und dort kann man sich ein Bild davon machen, wie die Wenden hier im Frühmittelalter residierten. Da diese Burgen aus Lehm und Holz errichtet wurden, blieb leider nichts davon erhalten.

Persönliche Empfehlung | Wellness im Seehotel Burg

Abschließend möchte ich auch eine Empfehlung abgeben, wo man gut und verhältnismäßig preiswert unterkommt. Wer im Spreewald vor allem Erholung sucht, dem kann ich das Seehotel in Burg ans Herz legen. Es verfügt über ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, wenn man neben Sport und Natur auch etwas Wellness erleben will.

Seehotel Burg

Seehotel Burg

Das Seehotel in Burg liegt etwas außerhalb von Burg und man muss rund zwei Kilometer bis zum Bismarckturm zurücklegen und vier Kilometer bis nach Burg (Dorf). Dort gibt es einen Hafen für Kahnfahrten und Paddelboote. Außerdem finden sich hier einige Restaurants. Zum Einkaufen gibt es in Burg Dorf einen Supermarkt und auch einen NKD. Zudem sind ein Arzt und eine Apotheke vertreten.

Bismarckturm

Bismarckturm

Gegenüber des Hotels gibt es einen Natursee und auch auf dem Gelände gibt es ein Naturbad. Das Naturbad im Zentrum des Außengeländes ist für die Abkühlung nach der Sauna und davon gibt es vier. Wegen Corona waren nur zwei offen, doch diese sind vor allem in den Abendstunden kaum besucht. Auch im beheizten und überdachten Schwimmbecken ist man abends oft alleine. Es gibt ein Kaminzimmer mit Büchern und einige andere Freizeit-Angebote, wie Tischtennis oder Volleyball.

Das Frühstück kann sich wirklich sehen lassen und bietet alles, was das Herz begehrt. Das Abendessen habe ich nicht probiert, aber die Preise sind relativ günstig. Wenn man keine Halbpension hat, dann muss man beim Frühstück einen Tisch reservieren.

Die Zimmer sind guter Standard und man kann sich auch einem Blockhaus einmieten. Die Angestellten sind sehr freundlich und hilfsbereit. Man kann sich auch ein Rad vom Hotel ausleihen, wobei wir dabei schlechte Erfahrungen gemacht haben. Das trübt aber das Gesamterlebnis nicht, zumal wir wegen eines technischen Mangels nichts für die Nutzung zahlen mussten.

Wo befindet sich das Seehotel Burg?

11. August 2020 in Natur, Story-Kommentar

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