Dresden, Sachsen – Ein Schelm, der Institutionalistisches darin sieht

International wird davor gewarnt, nach Sachsen zu fahren. Auch Dresden sollte man vielleicht meiden, nicht nur montags.

In vielen Guides für Deutschland wird davor gewarnt, nach Sachsen zu fahren. Die Fremdenfeindlichkeit ist dort ja auch erschreckenden. So ist es dort zuweilen tatsächlich nicht empfehlenswert mit Migrationshintergrund aufzutreten. Das sieht man am Wahlergebnis der Faschisten und auch Thüringen ist nicht frei von solchen Anschuldigungen. Und die dortige Regierung sah noch nie ein Problem darin, dass es ganz offensichlich rechtsradikale Strukturen etablierten. Schon in den 90er Jahren machte das die Runde und der damlige Ministerpräsident Biedenkopf alles mit dem “Sachsen ist immun gegen Rechtsradikalismus” verharmloste und den Kopf in den Sand steckte. Und diese Strategie wird heute noch gern genommen.

Jetzt gibt es in Sachsen eine Soko gegen Linksradikale. Dass hier eine alternative Szene krimineller eingestuft wird, als Nazis, die auf Menschenjagd gehen, sagt viel über die Einstellung der Verantwortlichen aus. Aber auch Dresden tut viel für die Rechten.

braunes Dresden

Im Februar sprach der selbst ernannte Führer der Nazi-Partei AfD, Bernd 😉 Höcke, auf der Pegida-Demo in Dresden. Diese faschistisch, rassistische Demonstration findet dort immer noch jeden Montag statt. Die Gegendemo war so laut, dass die Faschisten ihre eigenen Worte kaum noch hörten. Das fand bundesweit Anklang und war ein Zeichen der Hoffnung. Und dieses Zeichen hat die Stadt nun bewusst zerstört.

Die Stadt forderte nun die Demonstrierenden auf, die gegen die Nazis demonstrierten, leise zu sein. Krachmachende Dinge wurden verboten. Unglaublich, aber wahr. Verboten sind Trommeln, die eigentlich auf jeder Demo vorhanden sind, Trompeten, Tröten und dererlei mehr.

Die Anzeigen bezüglich der volksverhetzenden Rede des Pegida-Führers Bachmann wurden von der Staatsanwaltschaft in Dresden eingestellt. Die Rede enthielt so gedankliche Fehlleistungen, wie Linke, Klimaaktive und Muslime mit Begriffen wie Volksschädling oder Terroristen zu bedenken. Die Stadt macht also nichts, um die Nazi-Aufmärsche zu verhindern und versucht den “Aufstand der Anständigen” zu sabotieren. So wirkt das Vorgehen auf mich. Hier offenbart sich eine Tendenz und diese hat institutionelle Wurzeln.

Vor diesem Hintergrund verstehe ich, ja befürworte ich diese Reisewarnung nach Sachsen und Dresden.

10. März 2020 in Politik & Medien, Story-Kommentar

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