Hopfen

Der Hopfen ist vor allem durch das Bierbrauen bekannt, aber der Hopfen hat mehr zu bieten als nur Grundstoff für das Bier zu sein.

Das Bier ist wohl eine der ältesten Drogen, die der Menschheit bekannt ist. Schon im Altertum diente es Zahlungsmittel, noch bevor das Geld seinen Weg in die Gesellschaft bahnte. Einen wichtigen Rohstoff, den man heute dafür nimmt, ist der Echte Hopfen. Dessen Nutzung ist schon aus dem frühen Mittelalter im 8. Jahrhundert nach unserer Zeitrechnung bekannt. Im 9. Jahrhundert trat der Hopfen seinen Siegeszug durch die Klöster Mitteleuropas an. Der großflächige Einsatz des Hopfens soll den Mönchen bei Zölibat geholfen haben, denn der Hopfen vermindert den männlichen Sexualtrieb. Aber offenbar nicht einschneidend. Der Maihopfen soll die Libido allerdings steigern und der schmeckt auch gut – wie Spargel.

Hopfen
Hopfen

Der Hopfen ist ein Hanfgewächs, das 2007 auch zur Arzneipflanze des Jahres erkoren wurde. Denn der Hopfen, das kennt jedeR BiertrinkerIn, ist ein Sedativum. Hopfen hat eine beruhigende und entspannende Wirkung auf den Menschen. Inhaltlich weist der Hopfen bis zu 30 Prozent Harz auf: Hopfenbittersäuren Humulon und Lupulon. Des Weiteren sind bis zu ein Prozent ätherische Öle, Flavonoide, Gerbstoffe und Proanthozyanidine enthalten.

Die beruhigende Wirkung der Kletterpflanze Hopfen macht sich auch als Nebenphytotherapie gut, wie beispielsweise bei Prostatitis, einem Juckreiz oder Fibromyalgie. Damit kann man gut schlafen. Besonders geeignet ist das sogenannt Hopfenmehl, das aus den trockenen Hopfenzapfen nach dem Trocknen herausrieselt. Auch der Duft ist betörend. Eine Linderung des Juckreizes erreicht man noch besser, wenn Hopfen mit Baldrian und Lavendel und Passionsblume kombiniert wird.

Ein weiteres Einsatzgebiet ist das Schwitzen als überbordende Reaktion des vegetativen Nervensystems. Hier hilft ebenfalls Hopfen, Baldrian oder Orangenblüten. Dank der östrogenartigen Wirkung ist es auch für Frauen in den Wechseljahren interessant, um die nächtlichen Schweißausbrüche oder Schlafstörungen zu begegnen. Gegen das Schwitzen eignen sich Tees mit Salbei, Melisse, Weißdorn und gegen Schlafstörungen Melisse und Hopfen. Auch in der ersten Menstruationshälfte hilft Hopfen gegen Zwischenblutungen.

Die Tee-Zubereitung gelingt mit Hopfenzapfen, die mit man mit einer Tasse heißem Wasser übergießt und zehn Minuten ziehen lässt, bevor man es abgießt. 2-3 Tassen am Tag, bestenfalls vor dem Schlafengehen. Eine weitere Möglichkeit der Einnahme von Hopfen ist die Hopfenmilch: 200 ml Milch aufkochen und den Hopfen sieben Minuten ziehen lassen. Honig passt dazu ganz gut. Und es gibt die Hopfenkissen, die vor allem Kindern und Säuglingen Linderung versprechen. Das Kräuterkissen kann Orangenblüten, Melisse, Lavendel, Dillsamen, Kamille und eben Hopfen enthalten. Auch ein Bad mit Hopfen, Lavendel, Rosmarin, Baldrian und Zitronenmelisse hilft bei der Entspannung.

Wenn man die Hopfenblätter frisch zerreibt, fördern sie die Heilung auf Quetschwunden und ein Pflaster wird aus gekochten Hopfenzapfen gemacht – das hilft bei Gichtschmerzen und Verbrennungen. Eine weniger bekannte Anwendung ist als Schutz für Bücher, denn die Ausdünstungen halten Insekten fern.

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