Bank – Wie kommt das Geldhaus zu seinem Namen?

Das Wort Bank hat im Deutschen ja bekanntlich zwei Bedeutungen: Sitzbank und Geldinstitut. Woher kommt das und warum gibt es nur einen Begriff für zwei so unterschiedliche Sachen?

Als erwachsene Person hinterfragt man es kaum noch, warum die Sitzbank und die Bank als Kreditinstitut, dasselbe Wort haben. Wie sooft ist es die Geschichte, die eine Antwort darauf liefert.

Bank im Wald

Bank im Wald

Es gibt zwei Thesen zur Wortherkunft des Begriffs Bank. Beiden ist gemein, dass der Begriff aus dem Italienischen kommt. Denn das Finanzsystem ist in seiner europäischen Form in Italien des 14. Jahrhunderts entstanden. Damals war vor allem Florenz das Finanzzentrums in Europa, heute dürfte das London sein – obwohl sich das mit dem Brexit auch ändern könnte.

Eine These bezieht sich auf das italienische “banco”, das sich auf den Tisch bezieht und damit den Handels- oder Geldtauschtisch als Herkunft meint. Das klingt plausibel, wenn man an den Markt und so denkt. Doch den Markt gibt es schon seit Jahrtausenden und nicht erst seit dem beginnenden Kapitalismus.

Daher präferiere ich die andere These, die sich ebenfalls um banco dreht. Denn banco kann auch Sitzbank bedeuten und im florentinischen Kapitalismus hat man noch um Kredite gebeten. Da man aber nicht der einzige Kreditnehmende war, musste man warten. Eigens für die wartenden Geldsucher hat man um das Gebäude eine Bank gebaut, damit sich die Leute dort setzen können, solange sie auf ihre Audienz warteten. Derart entwickelte sich das Wort Bank von der Sitzbank und hat so, m. E., Eingang in die deutsche Sprache gefunden.

Beides klingt, wie gesagt, plausibel, dennoch klingt die zweite These in meinen Ohren besser und vielleicht auch ein wenig lustiger. Welche aber nun wahr ist, kann ich auch nicht beantworten.

Übrigens stammen fast alle Finanzbegriffe, wie Konto oder Kredit, aus dem italo-lateinischen Sprachraum.

2. Juni 2019 in Wirtschaft

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