DAX Tageskerzen 2022 Januar bis April

Derzeit lahmt die Wirtschaft noch, aber die Börse handelt die Zukunft. Lohnt sich jetzt ein Einstieg in die Aktien?

Die Kurse schwanken derzeit sehr und das ist auch kein Wunder angesichts der aktuellen Lage mit der Pandemie, dem Krieg und den damit zusammenhängenden wirtschaftlichen Folgen. Ein altes Börsensprichwort sagt: Kaufe, wenn die Kanonen donnern und das meint, man sollte im Krieg kaufen, denn danach steigen die Kurse wieder. So weit die graue Theorie. Es stellt sich die Frage: Sollte man jetzt dann einsteigen?

DAX Tageskerzen 2022 Januar bis April
DAX Tageskerzen 2022 Januar bis April

Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine ist ein Problem für die Wirtschaft, genau wie die Lieferschwierigkeiten. Die Produktion stoppt und wichtige Rohstoffe aus dem Osten werden nicht mehr geliefert. Doch es könnte schon zum 9. Mai eine Hausse geben. An dem Tag feiert Russland das Ende des “Großen vaterländischen Kriegs”, was den Zweiten Weltkrieg bezeichnet. Es wird spekuliert, dass Russland seine Kriegshandlungen bis dahin zumindest reduziert. Ein Kriegsende wird wohl mit der Ukraine nicht zu machen sein. Doch würde es vielleicht Lockerungen geben, denn auch Russland kann den Krieg nicht endlos weiterführen. An diesem Feiertag wird in Russland der Durchbruch verkündet, weil man es eine Landverbindung zur Krim gibt.

Doch ist dann die Eskalation zu Ende? Vermutlich nicht. Denn Russland wird den Krieg, wenn auch schwelend, weitertreiben. Auch Transnistrien in Moldau ist ein erklärtes Ziel, denn dort würden ja auch russische Bürger*innen bedroht werden. Eine weitere Eskalation wäre der Atomkrieg. Vor dem Einsatz und dem dritten Weltkrieg warnte jüngst der russische Außenminister Lawrow.

Eine Eskalation des Kriegs würde die Kurse wieder purzeln lassen. Dann wäre ein Einstieg ein Fehler gewesen. Aber angesichts eines Atomkriegs dürfte das Aktiendepot das geringste Problem darstellen. So schnell wird der Krieg vermutlich nicht beendet werden und dann ist da noch Corona. Die Pandemie hat jüngst wieder Fahrt aufgenommen und das trifft nicht nur China. Dort hat die Null-Corona-Politik zu massiven Problemen und Ausfällen geführt. Die Menschen werden drangsaliert und die Produktion ruht. Das wird sich ebenfalls negativ auf die Wirtschaft auswirken, aber vermutlich nicht in der Dimension, wie es der Krieg tut.

Die Zinsen stiegen bei gleichzeitiger Verschuldung, was der Pandemie und dem Krieg geschuldet ist. Das wird auch auf Europa zukommen, wie es die Spatzen von Dächern pfeifen. Das führt ebenfalls zu einem Kursverfall. Schon jetzt bemerkt man, dass viele ihr Geld in die USA umziehen. Dort gibt es eben Zinsen. Derart fällt auch der Euro-Wechselkurs zum US-Dollar derzeit.

Also der Krieg, der Zins und die Pandemie mit ihren wirtschaftlichen Folgen ziehen an den Kursen. Die Lage ist nicht nur unübersichtlich, sie ist tendenziell schlecht. Wenn man dann noch bedenkt, dass die Türkei eine grassierende Inflation hat, eine protofaschistische Regierung das Land führt und ein Völkermord gegen die kurdische Bevölkerung gefahren wird, wird klar, dass hier ein weiterer Eskalationsherd am Rande der EU wartet.

Auch in Israel spitzt sich die Lage zu und würde China dann noch Taiwan angreifen… Wenn man die Gesamtlage betrachtet, macht nur ein sehr kurzes Börsenspiel Sinn. Langfristige Anlagen, das sind Aktien normalerweise, bergen eine Gefahr.

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