Kultur greift der Entwicklung vor?

Der Klimawandel führt zu desaströsen Entwicklungen, die alle Menschen auf der Erde betreffen werden.

Ungeachtet der ignorierenden Handlungen der konservativen Regierungen weltweit, schreitet der Klimawandel voran. Mit einer stoischen Gelassenheit verweisen die Menschen hierzulande darauf, dass man ja schon einige Weltuntergänge erlebt hätte und nie sei etwas passiert. Das ist doch Panikmache, hört man zuweilen.

Verlassenes Gleis

Ende der Strecke. Endstation Klimawandel

Die Katastrophe von 2012, bei der die Maya das Ende der Welt vorausgesagt haben. 2000 als die Flugzeuge vom Himmel zu fallen drohten, weil die Computer keine vier Zahlen hatten. Das Waldsterben in den 80er Jahren? Die Verstrahlung durch die Atomkraftwerke?

Die ersten zwei genannten Beispiele sind nicht zutreffend und auch nicht vergleichbar mit dem, was uns ins Haus steht. Doch das große Insektensterben, das Tiersterben, die heißen und trockenen Sommer – das sind keine Vermutungen. Es sind stabile Voraussagen aufgrund von Modellen und sie bewahrheiten sich immer mehr.

Die Katastrophen der Vergangenheit haben bereits ihre Spuren hinterlassen. Das Waldsterben konnte nur beendet werden, weil die Politik gehandelt hat, weil die Menschen ihr Verhalten geändert haben. Doch die Nachwirkungen kommen zurück. Weil man über Dekaden mit Blei im Benzin gefahren ist, sind die Böden voller Blei. Das nehmen wir mit der Nahrung auf und erklärt vielleicht, warum die Nazis aka “AfD” wieder auf dem Vormarsch sind. Das Asbest in den Häusern musste unter hohen Kosten entfernt werden. Die Kosten für die Entsorgung von Plastik und Atommüll werden ungeheure Summen verschlingen.

Schon seit den 1970er Jahren warnt der Club of Rome, Umwelt- und Tierschutzverbände kamen hinzu. Die Warnungen wurden inflationär oft gehört und die Menschen nehmen sie nicht mehr wahr. Ein schwerer Fehler, wie sich herausstellt und noch herausstellen wird.

Die Kultur hat oftmals solche Ereignisse vorausgesehen. Das Buch “Utopie” des Denkers Thomas Moore (oder Morus) war das erste seiner Art und daher stammt auch der Begriff. Darin beschreibt Moore ein Gerät, mit dem das Gesagte zeitgleich an alle übertragen werden kann. Eine Grundbedingung für dessen Vorstellung einer gerechten Welt. Das Radio wurde also schon im 16. Jahrhundert vorhergesagt.

Wenn man sich die Filmthemen der letzten Jahre anschaut, dann kommen dort viele Untergangsszenarien vor. Konkret waren es Umweltkatastrophen oder Zombiefilme. Die Zombies sind wohl ein Verweis auf die Dummheit der Menschen einfach weiter zu machen. Meines Erachtens meint die Kunst damit die Konservativen – die einfach weiter machen und unaufhaltsam in der Masse sind. Der Vampir saugt bereits seit Dekaden am Blut der Unterdrückten und ist m.E. ein Symbol des Kapitalismus.

Ja, wir schippern schweren Zeiten entgegen, da viele nur das hören, was sie hören wollen. Ich will weiter meinen Dieseltruck fahren, der beim Gasgeben schon 20 Liter rauspustet – der Sound ist ja schließlich wichtig. Fleisch jeden Tag, bis der dicke Bauch birst und dann fliege ich im Urlaub an den ölverpesteten Strand in der Karibik. Frechheit, hätte man das nicht aufräumen können?

Also weiter die CDU oder gar die Nazis wählen, dann wird sicherlich alles gut und der Klimawandel wird sich in Luft auflösen – so denkt der wahre Zombie.

25. August 2019 in Kultur & Zuhause, Natur, Story-Kommentar

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2 Responses to Kultur greift der Entwicklung vor?

  1. leo 1. September 2019 at 14:23 #

    Schönes Beispiel für kulturelle Vorwegnahme ist auch das Lied von such a surge ” Schatten “…

  2. Sammy p 6. September 2019 at 16:14 #

    Der Rap! Obwohl es eigentlich die Härte des Neoliberalismus abzeichnet. .. In den Zeiten des Sozialstaates der 80er Jahre war es eine seichte, poppige Geschichte. In den 90er Jahren wurde es mit dem Aufkommen des Neoliberalismus zu einem Gangsta-Style. Fortan ging es um soziale Kälte und Egoismus…

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