Twitter und der Hass

Die Leute müssen sich für die faschistischen Sprüche, die Fremdenfeindlichkeit und die Dummheit schämen.

Früher konnte nur Leute etwas veröffentlichen, die auch tatsächlich wichtige Sachen zu sagen hatten. Es gab allerdings auch eine Allgemein-Meinung, die nicht selten konservativ war. Wer das Geld hat, hat die Macht. Durch das Internet dürfen alle etwas sagen. Nur leider schreien die dummen Leute lauter in das Netz und übertönen die Vernunft.

Twitter entdecken

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Twitter ist einer der schlimmsten Variationen davon. Man braucht keine Argumente, man braucht keine Meinung, man kann seinen plumpen, meist faschistoiden Hintergrund hinausbrüllen und bekommt von den anderen Deppen auch noch Applaus. Man ist ja anonym, was kann schon passieren?! Wird eine Person von einer Person mit Migrationshintergrund verletzt, sind die plumpen Verallgemeinerungen nicht mehr weit. Die Ausländer sind schuld. Wo ist die Aufregung, wenn – und das ist der Regelfall – eine Person mit deutschen Hintergrund etwas Derartiges tut. Dann kommt es nicht mal in die Nachrichten.

Früher wurde dann noch dazu gesagt, dass diese Leute der rechtsextremen Ecke zuzurechnen sind. Heute geht das nicht mehr und es wird so wahrgenommen, als wären es Stimmen aus der Mitte der Gesellschaft. Das stimmt aber gar nicht, es sind immer noch Rechtsextreme.

Solche Leute glauben sich nur in der Mitte und sind so halbgebildet, so verblendet, dass sie nicht merken, dass sie am rechten Rand und schon außerhalb der demokratischen Mitte stehen. Aus der Perspektive kommen dann rechtsextreme Positionen, wie Grünenbashing oder der Hass auf alles was nicht deutsch ist vor. Doch es gilt die Regel: Keine Toleranz gegenüber Intoleranz. Also ist den Faschisten die Plattform wegzunehmen okay. Alle anderen, selbst die Konservativen dürfen rauf, obwohl sie schuld sind an dem Schlamassel.

Sie nehmen einfach die korrekt angewandten Argumente gegen die “AfD” und solchen faschistischen Positionen und drehen sie um. Das “linksversifft” lässt man weg und spricht von Propaganda. Naiv und träumerisch sind ja noch die harmlosesten Punkte. Sie sprechen von Unseriosität, uh da hat man mal ein neues Wort gelernt, sie sprechen von “antideutsch” und von “Nazihysterie”, vom “deutschen Volk”. Wer solche Worte benutzt, ist schon lange rechtsextrem. So etwas sollte der Verfassungsschutz mal verfolgen.

Diese Leute schaffen ein Milieu, in dem Hass gut gedeiht. Natürlich sehen diese Leute den Zusammenhang nicht, weil sie in der Regel gar nicht so weit denken können. Es ist der Mob, der die Meinung an sich zieht – genau wie in den 30er Jahren. Diese Leute sind Mitschuld. Sie sind genauso schuld, wie diejenigen die den braunen Mob wählen oder sich gar wählen lassen.

Sie müssen sich nicht nur schämen, sondern sie müssen dafür zur Verantwortung gezogen werden. Haftstrafen für faschistische Sprüche aller Art. Sie sind Mitschuld am Tod von Menschen und sollte es eine Hölle geben, ist klar, dass sie dort auf den Mann ihrer Träume treffen: Adolf Hitler.

Wer gegen die Maßnahmen ist, die beitragen, den Klimawandel zu reduzieren, ist auch schuld. Diese Leute können keine Kinder haben, denn sie schlagen ihnen sinngemäß mit jeder dieser Äußerungen ins Gesicht. Sie fahren jeden Tag mit dem SUV zum Kippen holen und zeigen auf die Fehler derjenigen, die etwas sagen. Hauptsache ich kann drei Mal im Jahr in den Urlaub fliegen und mich da wie der Herrenmensch aufführen. Schon klar, dass diese Leute sich selbst am wichtigsten sind. Das ist eben Dummheit und so ist der Mob. Daher muss es endlich Verbote geben – vom täglichen Fleisch essen, über den SUV bis zum Verbot für Inlandsflüge.

Diese Leute, die aus purem Egoismus und Hass ihr Leben leben, sind vor allem auf Twitter zu finden. Dort schreit der braune Mob am lautesten. Früher musste man sich als Mensch der Vernunft anhören, geh doch nach Russland. Heute könnte man kontern: Geh doch in die USA.

8. August 2019 in Politik & Medien, Story-Kommentar

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3 Responses to Twitter und der Hass

  1. Melli 8. August 2019 at 17:17 #

    Diese Leute (sehr schöne Formulierung) sind längst auf eine Propaganda, die sie überall vermuten, reingefallen..

  2. Holger Sefrenski 8. August 2019 at 22:07 #

    Man müsste nicht nur den Rechtsextremismus, sondern die Vorbereitung dahin – also rechts – unter Strafe stellen. Das meint der Autor hier ja, oder? Naja, vielleicht besser entgegnen. Dann dürften die Konservativen aber nicht mehr am demokratischen Spiel teilhaben. Das ist ein Widerspruch in dem Text…

  3. Politik-Wirtschaft-Kultur-Natur 9. August 2019 at 22:05 #

    Nicht unter Strafe stellen, aber abmidern. Das ist nötig, aber nicht in dem Übermaß. Daher weiß ich nicht, ob es ein Widerspruch ist. Aber ich müsste es sicherlich noch mal aufdröseln. das stimmt wohl.

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